28.05.2020 07:00 |

Gastronomie und Handel

„Tirol braucht die Gäste aus dem Ausland“

Zwei Monate nach dem „Shutdown“ durften am 15. Mai auch in Tirol Gastronomiebetriebe wieder öffnen. Die „Krone“ hat in der Wirtschaftskammer nachgefragt, wie die Stimmung nach etwas mehr als einer Woche ist und welche Auswirkungen das auf den Handel hat.

Mit einem Start mit angezogener Handbremse vergleicht Gastronomie-Obmann Alois Rainer die Wiedereröffnung der Lokale. „Das Stimmungsbild ist vorsichtig optimistisch.“ Sehr viel sei vom Wetter abhängig. „An schönen Sonn- und Feiertagen war die Frequenz in Ordnung. Die anderen Tage waren spürbar schlechter.“ Es habe aber auch keiner der Gastronomen mit einer Frequenz, wie sie vor der Krise war, gerechnet.

Viel hängt von Hotellerie und Grenzöffnungen ab
„Dass es noch dauert, bis sich das wieder einpendelt, ist natürlich klar“, gibt der Wirtesprecher zu bedenken. Auch von der Wiedereröffnung der Hotellerie und dem Ende der Grenzschließungen hänge viel ab. „Wenn Hotels wieder offen haben und Gäste beherbergen, ist die Frequenz in den Gasthäusern auch automatisch höher.“ Unterschiede zwischen Stadt und Land seien bei der Bilanz spürbar, sagt Rainer, wobei „die qualitativ hochwertigen Gasthöfe am Land auch gut funktionieren“.

Mit rund 40 Prozent weniger Sitzfläche in den Betrieben sei auch die Frequenz um diesen Wert geringer. „Gepaart mit dem Respekt vor der neuen Situation seitens der Kunden ergibt sich ein Geschäftsrückgang“, rechnet der Obmann vor. Hinzu komme, dass Veranstaltungen noch untersagt seien.

Rund 75 Prozent der Lokale wieder offen
Eine genaue Zahl, wie viele Gastronomiebetriebe wieder offen haben und wie viele noch zuwarten, hat Rainer nicht. „Aber ich denke, dass rund 75 Prozent wieder offen sind.“ Für ein Restaurant, das in einem Ort mit vielen Hotels liege, mache es aber auch wenig Sinn, jetzt schon wieder zu öffnen.

Stimmung im Handel ist nur minimal besser
Große Auswirkungen auf den Handel hat laut Obmann Martin Wetscher die Öffnung der Gastronomie noch nicht. Die Stimmung in den Städten wäre zwar besser geworden und es sei auch wieder mehr los. „Aus Orten, die vom Tourismus abhängen, kommt aber weiterhin schlechtes Feedback von den Händlern.“

„Wir brauchen die ausländischen Gäste“
Und es komme auch auf den Bereich an. „Bei Sportartikel und Möbel gibt es eine Steigerung und gute Umsätze.“ Zufrieden sei man auch mit der Anzahl der Kunden in größeren Kaufhäusern. „Wir haben aber auch Händler, die klagen.“ Viele dieser Klagen kommen aus dem Modehandel. Für hochwertige Kleidung würde derzeit wenig ausgeben. „Womit das zusammenhängt, wissen wir nicht “, sagt Wetscher. Einig ist er sich mit Obmann Rainer: Ohne Touristen aus dem Ausland stehe der Handel nicht fest auf beiden Füßen. Das könnten auch inländische Touristen nicht wettmachen. „Tirol ist zu groß für Österreich. Wir brauchen die ausländischen Gäste.“

Manuel Schwaiger
Manuel Schwaiger
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