"Schwarze Liste"

Gewerkschaft: Post sperrt nun auch die rentablen Filialen zu

Tirol
14.08.2010 16:29
Der Unmut über die Streich- und Schließorgie der Post in Tirol steigt. Auf der Abschlussliste stehen nämlich auch Postämter in Orten mit 3.000 bis 6.000 Einwohnern. "Wenn diese Filialen nicht wirtschaftlich zu führen sind, dann weiß ich nicht mehr", sagt Post-Gewerkschafter Kirchmair. Landeshauptmann Platter ist unzufrieden.

Kirchbichl – 5.243 Einwohner. Hopfgarten im Brixental 5.546 Einwohner. Fieberbrunn: 4.310. Längenfeld: 4.366. Mieming: 3.382. Söll: 3.534. Allen gemeinsam ist, dass ihr Postamt angeblich tiefrote Zahlen schreibt und deswegen geschlossen werden muss.

Das ist genau der Punkt, der Post-Gewerkschafter Heinz Kirchmair die Zornesröte ins Gesicht treibt: "Ich sehe ja ein, dass nicht jeder kleine Ort sein Postamt haben kann. Aber wenn Ämter in Orten mit mehreren Tausend Einwohnern nicht wirtschaftlich geführt werden können, dann weiß ich nicht mehr. Ich bin zu 100 Prozent überzeugt: Die, die noch offen sind, sind rentabel. Ich verlange die Beiziehung unabhängiger Experten, die von der Post vorgelegte Zahlen prüfen. Diese bilden ja die Grundlage für die Schließungspläne."

Wobei Kirchmair einräumt, dass durch bereits erfolgte Schließungen der Druck auf die offenen gestiegen sei: "Das freigewordene Personal wurde teilweise in anderen Filialen untergebracht, die dann ihrerseits wieder defizitär wurden."

Platter: "Post soll Karten auf den Tisch legen"
Landeshauptmann Platter ist mit der Situation derzeit nicht zufrieden: "Die Verunsicherung bei den Post-Mitarbeitern, aber auch in der Bevölkerung ist derzeit sehr groß. Es kursieren die verschiedensten Gerüchte. Diese Situation ist so nicht tragbar. Ich fordere die Postmanager in Wien dringend auf, hier die Karten auf den Tisch zu legen. Nur gemeinsam können Lösungen entstehen, die auch den Fortbestand des Unternehmens absichern. Das muss letztendlich auch im Interesse der Manager in Wien sein."

"Schwarze Liste"
Bei der Regulierungsbehörde zur Schließung angemeldete Postämter:
Innsbruck (Neu-Arzl), Innsbruck-Igls, Maurach, Schlitters, Uderns, Hippach, Söll, Kirchbichl, Kössen, Ellmau, Going, Hopfgarten, Brixen i. Thale, Erpfendorf, Waidring, Fieberbrunn, Inzing, Mieming, Silz, Längenfeld, Wenns, See, Elbigenalp, Vils, Thal Assling, Sillian, Innervillgraten, Kartitsch, Ainet, Kals.

von Philipp Neuner, Tiroler Krone

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