09.04.2020 22:22 |

UNO pessimistisch

Corona könnte Klimawandel zusätzlich anheizen

Die Coronavirus-Pandemie lässt Mutter Natur derzeit scheinbar aufatmen - doch langfristig betrachtet wird sie in der Umwelt wohl ebenfalls sehr viel Schaden anrichten. Denn die Krise kostet die Staaten sehr viel Geld und Zeit: UNO-Klimachefin Patricia Espinosa fürchtet, dass weltweit die Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel deswegen zurückgefahren werden könnten.

Die Maßnahmen, die wegen der Pandemie getroffen werden, haben kurzfristig auch für die Umwelt positive Effekte. Kaum Flug- und weniger Autoverkehr, viele Produktionsanlagen stehen still. „Die Luft ist nicht zuletzt ohne Pkw-Feinstaub und andere Verschmutzungsquellen sauberer geworden“, so Umweltmediziner Hans Peter Hutter. In Venedig ist das Wasser in den Kanälen ohne Massentourismus so sauber, dass man teilweise bis zum Grund sehen kann. 

UNO-Klimachefin: Klimawandel „die größte Bedrohung für die Menschheit“
Doch dabei handelt es sich lediglich um eine Verschnaufpause - Tourismus und Produktion werden nach Abebben der ersten Welle wieder hochgefahren werden. Die Emissionen werden damit ebenfalls wieder steigen. Die Bemühungen von Politik und Forschung sind derzeit voll und ganz auf die Coronavirus-Krise fokussiert. Die UNO-Klimachefin warnt trotz der angespannten Situation, nicht auf die Probleme zu vergessen, die der Klimawandel mit sich bringt, denn dieser sei „die größte Bedrohung für die Menschheit“, erklärte Espinosa gegenüber dem deutschen Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

Espinosa vermutet, dass die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen den Klimawandel von der Pandemie stark beeinträchtigt werden. „Ich befürchte, dass einige Länder ihre Bemühungen zurückfahren. Das ist leider abzusehen“, sagte die Generalsekretärin der UNO-Klimarahmenkonvention.

Espinosa rief die Länder auf, das nicht zu tun, sondern die Anstrengungen wie vereinbart auszubauen. „Corona zeigt, wie stark uns eine globale Krise als Weltgemeinschaft treffen kann. Wir bekommen aber auch eine Vorstellung davon, was der Klimawandel als globale Krise in den nächsten Jahrzehnten zerstören könnte. Das sollte uns wachrütteln.“

Wegen der Pandemie ist bereits die für November im schottischen Glasgow geplante UNO-Klimakonferenz verschoben worden. Ein neuer Termin für 2021 soll später genannt werden. Espinosa nannte die Verschiebung unvermeidlich, warnte die Weltgemeinschaft aber davor, die Bedrohung des Erdklimas aus den Augen zu verlieren.

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