Buben verdroschen

Angeklagter gibt Rätsel auf: “Ich bin wie ein Roboter”

Tirol
28.07.2010 09:27
Durch Watschen, Hiebe, Tritte und heftige Schläge mit einem Regenschirm ist am Campingplatz in Kolsass ein Schüler (14) schwer verletzt worden. Versetzt hatte ihm diese gewalttägige "Abreibung" ein Ausländer, der dort in einem Wohnwagen wohnte. Dieser stand am Dienstag in Innsbruck vor dem Richter. Er gab zu, dass ihn mehrere Buben gehänselt hätten und er dann ausgerastet sei.

Der 51-Jährige, der vor Richter Günther Böhler stand, gab diesem von vornherein Rätsel auf. So sagte er etwa auf die Frage des Richters, warum er einen kleinen Buben, der noch dazu am Boden lag, derart heftig mit Händen, Füßen und Schirm verdroschen und getreten habe, sodass dieser einen verschobenen Nasenbeinbruch und den Bruch eines Augenhöhlenbodens erlitt, Folgendes: "Ich bin ein ferngesteuerter Roboter, daher bin ich ohne jede Schuld." Dazu überreichte er dem Gericht quasi als Bestätigung seiner wirren Aussage einen dubiosen Wisch, ausgestellt vom italienischen Militär.

Schon in Italien verurteilt
"Wenn Sie beim Militär sind, wie kommt es dann, dass Sie in Italien wegen Besitzes und Tragens von Waffen verurteilt wurden?", fragte der Richter. "Das ist ein Irrtum, ich bin natürlich berechtigt, Waffen zu tragen", sagte der Angeklagte.

Kind bewarf Angeklagten mit Flaschen und Dosen
Es ist zwar keine Entschuldigung für so ein brutale Gewalttat. Aber der Grund, warum der Mann derart in Rage geraten war, dass er ein Kind schwer verletzt, lag offenbar bei den Buben. "Ja, uns war langweilig. Da haben wir ihn halt gepflanzt, beleidigt und verarscht", bekannte das Opfer reumütig ein.

"Ja, wir haben beschlossen, ihn wieder einmal zu pflanzen", sagte der Freund (14) des Opfers. Der auch zugab, dass man den Mann nicht nur verbal beleidigt habe, sondern ihm auch Flaschen, Dosen und sonstiges Zeug nachgeworfen habe. Obwohl die Sache spruchreif war, fällte der Richter kein Urteil. Er kündigte dem verblüfften Mann jedoch eine psychiatrische Untersuchung an. Sein Geisteszustand und die Frage, ob er gefährlich ist, werden nun eingehend überprüft.

von Hans Licha, Tiroler Krone

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