„Abstand halten“

Virus-Krise sorgt für erfinderische ORF-Interviews

Die Corona-Krise hat den Arbeitsalltag vieler Österreicher neu definiert. Ein bis zwei Meter Distanz zum Gegenüber - das erfordert schon im Alltag Disziplin und verlangt vor allem Fernsehjournalisten kreative Lösungen ab. Gernot Rohrhofer vom ORF Niederösterreich etwa griff beim jüngsten Interview mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) kurzerhand zum Teleskop-Mikro. Bilder die veranschaulichen, dass in Zeiten verordneter Distanz trotzdem vieles möglich ist.

„Wenn es darum geht, andere und sich selbst zu schützen, muss man Abstand halten. Deshalb müssen das auch wir tun und mit gutem Vorbild vorangehen“, erklärt Rohrhofer gegenüber krone.at. Ein Sinnbild für die Corona-Krise sei etwa auch das Interview mit dem Bürgermeister von Ardagger, Johannes Pressl (ÖVP). „Er ist nicht am Coronavirus erkrankt, hatte aber Kontakt zu einer infizierten Person und war deshalb in Selbstisolation.“

„Not hat uns erfinderisch gemacht“
Pressl durfte sein Haus nicht verlassen und es durfte auch niemand in sein Haus. „Die Not hat uns erfinderisch gemacht und wir haben den Bürgermeister gebeten, hinter einer großen Glasscheibe Platz zu nehmen.“ Das Interview hat schließlich per Handy stattgefunden, die Antworten wurden per Lautsprecher vom Mikro aufgenommen.

Balanceakt zwischen Distanz und Höflichkeit
In Ardagger im Mostviertel waren vergangene Woche 25 Menschen infiziert und 250 in Isolation. „Man hat Respekt vor der raschen Ausbreitung und passt besonders auf, nicht zu viel Kontakt zu haben - zugleich will man nicht unhöflich sein“, so der Journalist. Trotz der ernsten Lage sei es schön, Menschen vor die Kamera zu bekommen, die sich nicht entmutigen lassen. „Ich denke, dass es in dieser Phase auch positive Gedanken braucht.“

Schutz für Mitarbeiter, Betrieb muss aber weiterlaufen
Im Landesstudio in St. Pölten arbeiten Journalisten derzeit in einem Zwei-Zonen-Betrieb. In der Kernzone wechseln sich zwei Teams ab, um das Risiko einer Infektion auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Um Mitarbeiter zu schützen, den Betrieb aber weiterhin aufrecht zu halten, hat der ORF außerdem viele Maßnahmen gesetzt. „Natürlich sind damit Einschränkungen verbunden. Bevor wir das Gebäude betreten, wird Fieber gemessen, es gelten strenge Hygienebestimmungen und es arbeiten viele im Home-Office“, berichtet Rohrhofer. Die Krise sieht er aber auch als eine Chance: „Sei es etwa, dass wir offener für neue Arbeitsweisen werden, oder uns einfach nur darauf besinnen, wie wichtig es ist, gesund zu bleiben.“

Jana Pasching
Jana Pasching
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