18.03.2020 09:07 |

Kündigungen

Tausende suchen bei der Arbeiterkammer Hilfe

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus setzen der heimischen Wirtschaft stark zu. Auch bei Salzburgs Betrieben herrscht große Verunsicherung, die ersten Arbeitsplätze wackeln. Die Arbeiterkammer beruhigt: Es gibt Soforthilfemaßnahmen. Niemand soll sich zu einvernehmlichen Kündigungen drängen lassen.

Seit Montag hören die Telefone der Salzburger Arbeiterkammer nicht mehr auf zu läuten. Tausende besorgte Anrufer wenden sich an die Interessensvertretung – überwiegend sind es arbeitsrechtliche Fragen, die sie quälen. „Sowohl die Betriebe als auch die Arbeitnehmer sind verunsichert. Es gibt zwar die Möglichkeit der Kurzarbeit und auch eine Entschädigung über das Epidemiegesetz, die Leute wissen aber nicht wie viel Geld sie bekommen und woher“, sagt Arbeiterkammerpräsident Peter Eder. Auch das versprochene Soforthilfepaket der Salzburger Landesregierung lässt auf sich warten. Noch ist völlig unklar, wie das aussieht.

Viele Betriebe wollen oder können die Maßnahmen auch nicht abwarten und kündigen ihre Angestellten. Seit Montag wurden beim AMS Salzburg bereits 3251 zusätzliche Arbeitslose gemeldet. (Stand Dienstag, 17:00) Besonders schwer ist der Pinzgau betroffen. Beim AMS gingen bis Dienstagnachmittag 12.800 Anrufe und 3000 Emails ein. „Wir sind von 7.30 bis 16 Uhr telefonisch erreichbar - alle Anfragen werden natürlich behandelt“, versichert AMS Landesgeschäftsführerin Jacqueline Beyer.

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Die Verunsicherung ist groß. Keiner weiß, wie das Kurzarbeitmodell wirklich ausschaut. Seit Montag gibt es 3251 neue Arbeitslosenmeldungen. Wir bekamen 12.800 Anrufe.

Jacqueline Beyer, AMS Landesgeschäftsführerin

„Wir haben Situationen, wo die Leute von heute auf morgen heimgeschickt werden. Aber auch in der Krise müssen Fristen und Stichtage eingehalten werden“, sagt Eder. Er rät: Bevor Betroffene etwas unterschreiben, sollen sie unbedingt bei der AK anrufen! Dessen Team der sei inzwischen krisensicher. Die Berater nehmen nun auch von zu Hause die unzähligen Anrufe entgegen. Eder fordert währenddessen die Unternehmer zum respektvollen Umgang mit ihren Mitarbeitern auf und bittet darum, die bereitgestellten Maßnahmen voll auszuschöpfen: „Nur wenn jetzt alle an einem Strang ziehen, werden wir die Krise glimpflich überstehen.“

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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