11.03.2020 12:36 |

Merkel zu Corona:

„Unser Herz füreinander ist auf Probe gestellt“

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Mittwoch erstmals öffentlich zur Corona-Krise geäußert. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Jens Spahn rief sie ihre Bürger zur Solidarität auf und warb um Verständnis für die beschlossenen Einschränkungen. „Da sind unsere Solidarität, unsere Vernunft, unser Herz füreinander auf eine Probe gestellt“, so die Kanzlerin. „Es geht darum, auf ein Stück Alltag zu verzichten, um andere zu schützen“, betonte Spahn.

Merkel verteidigte die Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus. Es gehe darum, „dass wir das Gesundheitssystem nicht überlasten“. Ziel sei, die Ausbreitung des Virus und die Infizierungen zu verlangsamen. „Alle Maßnahmen, die wir machen, sind von allergrößter Bedeutung, weil sie uns Zeit geben“, betonte die Kanzlerin.

„Virus, das wir nicht ausreichend kennen“
Es handle sich um ein Virus, „das wir nicht ausreichend kennen, für das wir keine Impfung haben, für das wir keine Therapie haben“. Merkel verwies darauf, dass Infektionen bei Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen einen schwereren Verlauf haben könnten. Es gehe darum, Prioritäten zu setzen, sagte Merkel mit Blick auf die eingeleiteten Maßnahmen. Wichtig sei, dass alle staatlichen Ebenen arbeiten und die medizinischen Möglichkeiten genutzt werden könnten. Es sei „nicht das zentrale Problem, ob ein Fußballspiel mit oder ohne Publikum stattfindet“, fügte sie hinzu.

„Gesundheit geht vor ökonomischen Fragen“
Die Kanzlerin verwies auf die Empfehlung der Regierung, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen. „Aber auch unterhalb dieser Schwelle kann man etwas tun und damit einen guten Beitrag leisten“, betonte Merkel.  Spahn sagte, er sei „froh“, dass viele Bundesländer bereits die Grenze von 1000 Teilnehmern für die Absage von Veranstaltungen umgesetzt hätten. Das bedeute aber nicht, dass alles darunter stattfinden sollte. „Gesundheit geht vor ökonomischen Fragen“, betonte Spahn. Gleichwohl müssten die wirtschaftlichen Aspekte natürlich im Blick behalten werden.

„Sind am Anfang einer Epidemie“
Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, verwies darauf, dass sich erfahrungsgemäß über längere Zeit 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung mit dem Virus anstecken würden. Die Fallzahlen werden nach seinen Worten steigen. „Wir sind am Anfang einer Epidemie. Natürlich werden auch bei uns noch mehr Menschen sterben“, fügt Wieler hinzu.

Dritter Todesfall in Deutschland bestätigt
In Deutschland ist ein dritter Mensch an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Es handele sich um eine Person aus dem Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen, sagt ein Vertreter des Kreises. Zuvor waren bereits ein Mann aus dem besonders von dem Ausbruch des Coronavirus betroffenen Kreis Heinsberg und eine Frau in Essen den Folgen der Erkrankung erlegen.

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