Spionage für Kuba

USA: Diplomaten-Ehepaar muss lange hinter Gitter

Ausland
16.07.2010 19:27
Wegen Spionage für Kuba muss ein pensioniertes Diplomaten-Ehepaar (im Bild) in den USA nun lange hinter Gitter. Ein Bezirksrichter in Washington verurteilte den 73-jährige Ex-Diplomaten Kendall Myers zu lebenslänglich ohne Aussicht auf Begnadigung. Seine ein Jahr jüngere Frau Gwendolyn muss für fast sieben Jahre hinter Gitter. Außerdem müssen die beiden 1,7 Millionen Dollar Strafe zahlen.

Agenten der US-Bundespolizei FBI hatten das Rentnerehepaar im Juni 2009 in Washington festgenommen. Als Spione waren sie kurz nach einem Besuch des kommunistischen Landes 1978 angeworben worden - als Lohn erhielten sie lediglich Orden und ein Treffen mit Fidel Castro.

Offiziell teilten das US-Außenministerium oder Geheimdienste nicht mit, welchen Schaden das Paar über die Jahre anrichtete. Die "Washington Post" berichtete allerdings, in den 15 Monaten vor seiner Pensionierung 2007 habe Myers mehr als 200 vertrauliche oder geheime Berichte auf seinem Computer gespeichert gehabt.

Liebe zu Kuba als Motiv für die Spionage
Als Motiv für ihre Agentenarbeit gab das Paar Liebe zu Kuba an. "Unser einziges Ziel war es, dem kubanischen Volk zu helfen, seine Revolution zu verteidigen", sagte Myers der Zeitung zufolge vor Gericht. "Wir handelten nicht aus Wut über die Vereinigten Staaten und auch nicht aus einer anti-amerikanische Einstellung heraus."

Erst vor wenigen Wochen hatte ein Schlag des FBI gegen einen russischen Spionagering in mehreren amerikanischen Städten nach jahrelangen Ermittlungen für weltweite Schlagzeilen gesorgt. Washington und Moskau schafften die lästige Affäre schließlich mit dem größten Agentenaustausch seit Ende des Kalten Krieges aus der Welt. 14 Spione aus Russland und den USA wurden ausgetauscht (siehe auch Infobox).

Eigentum des Ehepaares wird dem Staat übereignet
Das Ehepaar Myers willigte den Angaben zufolge ein, Ersparnisse und Eigentum im Wert von 1,7 Millionen Dollar dem Staat zu übereignen. "Wenn jemand die amerikanische Regierung derart verachtet, wie es hier der Fall zu sein scheint, sollte man seine Sachen packen und verschwinden", sagte Richter Reggie Walton vom Bezirksgericht in der Hauptstadt Washington zum Abschluss der Verhandlung. "Und ich glaube nicht, dass Sie Nutznießer dieses Landes sein sollten, das Sie zu unterwandern suchten."

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