20.02.2020 02:42 |

Pläne stehen

Maßnahmen gegen Mangel: Kärntens Notarzt-Engpass

Seit dem Vorjahr hat es in Kärnten immer wieder Probleme mit der Besetzung von Notarztdiensten gegeben. Mit einem kurzfristig umsetzbaren Maßnahmenpaket will Gesundheitsreferentin Beate Prettner nun gegen diesen Mangel ankämpfen.

Im Dezember 2019 ist das Problem erstmals akut aufgetreten: In gleich zwei Bezirken gab es keine Notarzt-Besetzung. Davor konnten lückenlose Dienste auch nur mit hohem Aufwand und mithilfe vieler Telefonate gesichert werden: „Das System bekommt immer mehr Probleme. Es ist ein irrsinniger Aufwand und manchmal geht es eben nur über die persönliche Schiene: ,Bitte, bitte, bitte übernimm Du den Dienst‘“, weiß Roland Steiner aus Erfahrung – der Sprecher der Kärntner Notärzte ist nämlich seit mehr als 20 Jahren selbst als Notarzt unterwegs.

Studie zeigt Wichtigkeit
Dass diese Rettungskräfte dringend gebraucht werden, zeigen die Ergebnisse einer 2018 in Auftrag gegebenen Studie: Pro Jahr müssen Notärzte in Kärnten rund 13.500-mal ausrücken und in knapp 90 Prozent der Fälle sind sie in bis zu 15 Minuten am Einsatzort – in Stadtgebieten geht das sogar in acht Minuten.

Um den Job nun für Junge attraktiver zu machen, sollen gesetzliche Feiertage um 25 Prozent besser bezahlt, Wochenend-Dienste flexibler gestaltet und Dienstpläne überarbeitet werden. Prettner: „Das ist ein Zeichen des guten Willens. Die Maßnahmen können wir schon ab März umsetzen.“ Langfristig sollen so mehr Notärzte rekrutiert werden.

Stimmen aus der Politik
Gernot Darmann (FPÖ) bezweifelt, dass sich dadurch etwas ändern werde. Gerhard Köfer (TK) fordert noch mehr Maßnahmen.

Clara Milena Steiner
Clara Milena Steiner
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