Wie geht es weiter?

130 Jobs weg:„Wir sind alle in Schockstarre“

Niederösterreich
16.02.2020 14:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Rund 130 der 190 Beschäftigten im Laufen-Werk in Wihelmsburg sollen abgebaut werden. „Das ist ein unerwarteter Schlag“, erklären Gewerkschaftsvertreter. In der Landesregierung versuchen Volkspartei und Sozialdemokraten bestmögliche Sozialpläne zu erwirken. Doch trotzdem: Die Produktion steht ab Ende April still.

Was tun nach dem Aus? Auch wenn die Arbeitslosigkeit im Bezirk St. Pölten im vergangenen Jahr leicht gesunken ist: „Für die betroffenen Arbeiter wird es keineswegs ein leichtes Spiel, einen passenden Job mit gleicher Bezahlung zu bekommen“, erklärt SP-Nationalrat und Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau/Holz Rudolf Silvan. Gemeinsam mit Gewerkschaftsvertretern besuchte er das Betriebsareal in Wilhelmsburg.

Arbeiter-Betriebsrat Jürgen Kahri erklärte dabei: „Es herrscht momentan verständlicherweise eine gewisse Schockstarre nach der Verkündigung der Unternehmensführung. Wir haben seit 2017 sehr gekämpft. Ich bin in den vergangenen Nächten kaum zum Schlafen gekommen.“ Unruhig ist man natürlich auch in der Stadtgemeinde: Denn von den 130 Betroffenen stammt knapp die Hälfte aus Wilhelmsburg.

Das Ende der einst stolzen Produktion ist laut Firmenleitung für Ende April geplant. Für viele Betroffene kommt der Abbau der 130 Stellen völlig überraschend. „Erst im September 2019, beim Hundert-Jahre-Jubiläum, gab es ein Statement des Vize-Geschäftsführers, dass man das Geschäft in Österreich ausbauen wolle“, heißt es. Doch daraus wird nichts. Der spanische Rocca-Konzern will die Produktion nach Gmunden beziehungsweise ins Ausland verlagern.

Die Landesräte Martin Eichtinger, Petra Bohuslav (beide VP) und Landesvize Franz Schnabl (SP) drängen nun auf einen fairen Sozialplan im Sinne der 130 betroffenen Familien. Silvan: „Auch Betriebsrat und Gewerkschaft kämpfen dafür.“ Betroffenen wird unter anderem angeboten, nach Gmunden zu wechseln.

Lukas Lusetzky/Franz Crepaz, Kronen Zeitung

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