14.02.2020 07:55 |

Warnstreiks

230 Pflege-Mitarbeiter machten ihre Drohung wahr

Am Dienstag war der erste Warnstreik bei Pro Mente Reha in Salzburg noch kaum wahrnehmbar – am Donnerstag dafür umso größer. Rund 230 Mitarbeiter bei der Volkshilfe und Lebenshilfe legten ihre Arbeit nieder.

Die Angestellten der Sozialwirtschaft kommen in Fahrt. Nachdem beim ersten Warnstreik in Salzburg am Dienstag die Streikenden noch sehr verunsichert waren, kamen ihre Kollegen bei der Volkshilfe und Lebenshilfe am Donnerstag ordentlich in die Gänge. Ihre Forderung ist eigentlich ein alter Hut, heute aber drängender als je, sagte Stefan Wutscher, Betriebsrat bei der Lebenshilfe Salzburg: „Die Forderung nach einer 35-Stunden-Woche gibt es schon lange. Bisher wurde sie aus den Verhandlungen aber immer gestrichen. Ab heuer wird bei den schlechten Arbeitsbedingungen aber nicht mehr weggeschaut!“ Die Mitarbeiter zeigen sich kampfbereit und rücken von ihrer Forderung keinen Zentimeter ab. Sie ist die Reaktion auf die enorme Arbeitszeitverdichtung der vergangenen Jahr

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Der Pflegeberuf ist weiblich: 35 Stunden sind viel besser mit der Familie vereinbar. Das würde die Branche auch attraktiver machen.

Stefan Wutscher, Betriebsrat und Betreuer bei der Lebenshilfe

Bei der Lebenshilfe Salzburg blieben am Donnerstag 16 Werkstätten geschlossen, auch in der Zentrale traten die Mitarbeiter in Streik - insgesamt beteiligten sich den ganzen Tag lang rund 200 Personen daran.
Etwa 30 weitere legten bei der Volkshilfe vormittags die Arbeit nieder. Dort wurde gedroht, Streikenden den Lohn zu kürzen. Geschäftsführer Bernhard Behr hat per Brief seine fast 600 Mitarbeiter gebeten, nicht zu streiken. Gewerkschaftschef Gerald Forcher beruhigte: „Das irritiert uns sehr und wird ein Nachspiel haben. Sollten Gehälter und Löhne gekürzt werden, erhalten Gewerkschaftsmitglieder Streikgeld.“

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Wir hoffen, dass die Verhandlungen am Montag auf Augenhöhe fortgesetzt werden. Ansonsten drohen echte Streiks.

Gerald Forcher, Geschäftsführer der Gewerkschaft GPA-djp

Bei der Lebenshilfe war am Donnerstag die Solidarität groß. „Wir bekommen sehr positive Rückmeldungen – auch von den Angehörigen der Personen, die wir betreuen. Mit denen haben wir uns natürlich abgestimmt“, sagte Streikleiter Christoph Eschbacher.

Magdalena Mistlberger

Magdalena Mistlberger
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