10.02.2020 10:05 |

Über 10.000 Zuschauer

Imster Schemenlaufen: Einen Tag im Fasnachtshimmel

Die Stoßgebete nach der Regenfasnacht vor vier Jahren haben gefruchtet: Die Imster Schemen erwischten diesmal einen Traumtag. Über 10.000 Fasnachtsfans strahlten am Sonntag mit den 144 schillernden Aufputzen um die Wette.

Es dämmert, der Schlaf war nicht so tief wie sonst, die Aufregung nicht zu verdrängen. Der Stachel der verregneten Fasnacht vor vier Jahren sitzt tief. Vorhang auf, der prüfende Blick gen Himmel . Gott sei Dank, die Meteorologen haben recht behalten. Kaiserwetter! Jeder hat es ihnen vergönnt, den Imster Fasnachtlern. Die monatelangen Vorbereitungen haben sich gelohnt, der große Tag ist da, Vorhang auf für ein prächtiges Schemenlaufen im Sonnenschein.

Bereits beim Aufzug der Masken von der Unterstadt in die Oberstadt, der von den Fotografen seit jeher genützt wird, unbedrängt die Motive einzufangen, säumten Tausende Fasnachtsfans die engen Straßen.

Nun haben sich alle Masken beim „Bonder“, dem Gasthof Hirschen, versammelt. Und alle warten sie auf das Startzeichen, das Mittagsgeläut. Nervös, angespannt, doch voller Freude und Erwartung. Endlich erschallt die mächtige Glocke der nahen Pfarrkirche, das alles erlösende Startsignal.

Die Tränen saßen locker
Der Puls beschleunigt, die Tränen sitzen locker. Erst die maskierte Musikkapelle, dann der legendäre schwarzweiße „Turesackner“. Ihm folgen die Ordnungsmasken. Endlich die 62 Roller- Schellerpaare mit ihrem pompösen, bis zu fünf Kilogramm schweren Aufputz auf dem Kopf. Der Roller leitet mit seinen grazilen, leichtfüßigen Sprüngen das erste „Gangle“ (Tanz von Roller und Scheller) ein, die Schellen erklingen erstmals nach vier Jahren wieder. Das uralte Brauchtum lebt! Gemächlich und majestätisch schlängelt sich der Zug der mehr als 900 Aktiven von der Oberstadt in Richtung Unterstadt, betrachtet vom beeindruckten Menschenspalier, begleitet von den pompös gebauten Wägen.

Bewegter „Schlusskroas“
Am Ende versammelt man sich zum „Schlusskroas“ (Kreis) am Stadtplatz. Beim „Zommschalle“, dem gemeinsamen Schellen aller, werden die letzten Kraftreserven mobilisiert, bevor mit einer Mischung aus Stolz und Wehmut die Larven abgenommen werden. Doch die Abstinenz dauert ja nur zwei Jahre - bis zur „Buabefasnacht“.

Hubert Daum
Hubert Daum
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