Trotz Warnung

Libysche Flotte nimmt Kurs auf Gazastreifen

Ausland
11.07.2010 10:51
Der von der libyschen Gaddafi-Stiftung organisierte Frachter mit Hilfslieferungen für die Palästinenser hat nach Angaben der Organisatoren doch direkt Kurs auf den Gazastreifen genommen. "Das Schiff steuert wie geplant Gaza an", sagte der Geschäftsführer der Stiftung, Youssef Zawan, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Zawan widersprach damit israelischen Angaben, wonach der in Griechenland in See gestochene Frachter den ägyptischen Hafen Al-Arish anlaufen soll.

Israel hatte zuvor erklärt, eine diplomatische Lösung für die Hilfslieferungen gefunden zu haben. Nach Verhandlungen mit Griechenland und der Republik Moldawien sei davon auszugehen, "dass der Frachter Gaza nicht erreichen wird", hieß es in einer Erklärung des israelischen Außenministeriums. Demnach hatte sich der Kapitän des Frachters bereiterklärt, das Schiff stattdessen nach Al-Arish zu steuern.

In einem Brief an Generalsekretär Ban Ki-moon hatte Israels UNO-Botschafterin Gabriela Shalev am Samstag das Einschreiten der internationalen Gemeinschaft gefordert. Andernfalls behalte Israel sich das Recht vor, das unter moldawischer Flagge fahrende Schiff an der Verletzung der Blockade des Gazastreifens zu hindern, warnte Shalev.

Hilfsflotte gewaltsam gestoppt
Erst Ende Mai hatten israelische Spezialkräfte in internationalen Gewässern eine Hilfsflotte für die Menschen im abgeriegelten Gazastreifen gewaltsam gestoppt, dabei waren neun türkische Staatsbürger ums Leben gekommen. Der Angriff war international scharf verurteilt worden. Israel befürchtet als Hilfen getarnte Waffenlieferungen an radikale Palästinenser, die das Land vom Gazastreifen aus regelmäßig mit Raketen und Granaten beschießen.

2.000 Tonnen Hilfsgüter
Laut Gaddafi-Stiftung hat der Frachter "Amalthea" (Bild) etwa 2.000 Tonnen Hilfsgüter für die palästinensische Bevölkerung geladen. Zur Fracht gehören Medikamente, Reis, Zucker, Speiseöl und Olivenpaste - Sachspenden griechischer Organisationen und Unternehmen. Einer der insgesamt 27 Freiwilligen an Bord, Adbul-Rauf al-Jaziri, sagte, Israel könne die Fracht und Papiere inspizieren und die Hilfsgüter zur Not selbst ans Ziel liefern.

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