Betrugs-Prozess

Linzer wollte Auto von Altkanzler Kreisky kaufen

Oberösterreich
09.07.2010 11:45
"Es war immer eine Geschichte dahinter", versucht ein Opfer zu erklären, warum es einem Betrüger Geld überwiesen hat. Bis zu 30 Prozent Zinsen pro Monat stellte ein 56-Jähriger in Aussicht. Mit der Rückzahlung wird es noch dauern, denn nun soll er drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis.

Vom Charisma, mit dem er Akademiker, ehemalige Bankvorstände und Kunden seines Autohandels dazu gebracht hat, Millionen in Fantasiegeschäfte zu investieren, ist beim Betrugsprozess vor dem Linzer Richter Klaus Bittmann nichts, aber auch gar nichts mehr zu spüren. Fast schon teilnahmslos hört der übergewichtige Angeklagte die Anschuldigungen der Zeugen, die er laut Anklage um 2,5 Millionen Euro geprellt haben soll.

Knast statt Luxus
Ihnen hatte er vorgemacht, er brauche Bares, um den Bentley von Altkanzler Kreisky zu kaufen. Oder in ein Donauschiff, in ein Schloss oder eine Mercedesflotte zu investieren. Tatsächlich verwendete er das Geld, um andere Opfer mit kleinen Rückzahlungen bei Laune zu halten. Was die Zeugen nicht zugeben: Auch die traumhaft hohen Zinsen haben sie angelockt. Urteil: drei Jahre plus drei Monate Haft, nicht rechtskräftig.

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