Überraschende Wende
Buchhalterin zieht Vorwürfe gegen Sarkozy zurück
Mediapart, das von dem Enthüllungsjournalisten und ehemaligen "Le Monde"-Redakteur Edwy Plenel gegründet wurde, hatte die Affäre um illegale Parteispenden und Finanzgeschäfte der reichsten Frau Europas in den vergangenen Wochen maßgeblich ins Rollen gebracht. Zuletzt berichtete das Internetmagazin über Aussagen der Buchhalterin Claire Thibout, die auf einen Parteispendenskandal in den Reihen von Sarkozys Regierungspartei UMP schließen ließen. Thibout sagte nun aber gegenüber der Polizei ,dass viele ihrer Aussagen von Mediapart nicht richtig wiedergegeben worden seien.
Laut Mediapart hatte Thibout gesagt, dass die "L'Oréal"-Erbin Liliane Bettencourt und ihr mittlerweile verstorbener Mann, der frühere gaullistische Minister André Bettencourt, Sarkozy seit Jahren illegal unterstützten. Schon als Sarkozy Bürgermeister des Pariser Nobelvororts Neuilly war, habe er regelmäßig bei Abendessen im Hause Bettencourt seinen mit Scheinen gefüllten Umschlag abgeholt. In der heißen Phase des Präsidentschaftswahlkampfes 2007 sollen einmal 150.000 Euro von den Hauptaktionären des Kosmetikimperiums L'Oréal übergeben worden sein.
Sarkozy und der ebenfalls in der Affäre beschuldigte Arbeitsminister Eric Woerth, Schatzmeister der UMP, haben wiederholt alle Vorwürfe als unwahr und haltlos zurückgewiesen. Gesetzlich erlaubt sind in Frankreich nur Parteispenden bis 7500 Euro im Jahr und 4600 Euro für einen Kandidaten im Wahlkampf; bei Barspenden liegt die Obergrenze bei 150 Euro.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.