Pizza überführte ihn

US-Polizei fasst seit 1985 gesuchten Serienmörder

Ausland
08.07.2010 07:29
In den USA ist ein seit 25 Jahren gesuchter mutmaßlicher Serienmörder gefasst worden. Der 57-jährige Mechaniker und frühere Müllmann Lonnie David Franklin Jr. soll zwischen 1985 und 2007 elf Menschen ermordet haben, in erster Linie farbige Prostituierte. Er wurde vor seinem Haus (im Bild) in South Los Angeles festgenommen, einem der ärmsten Bezirke der Millionenstadt. Ein komplizierter DNA-Abgleich hatte die Polizei auf die Spur des Mannes geführt.

Der Serientäter wurde auch als "Grim Sleeper", also "grauenvoller Schläfer", bezeichnet, weil er zwischen 1988 und 2002 eine Pause einlegte und in dieser Zeit keine Morde beging. Davor soll er zwischen 1985 und 1988 sieben Frauen und 1986 auch einen Mann getötet haben. Die meisten der weiblichen Opfer gingen der Prostitution nach oder waren drogensüchtig. Sie wurden zum Teil vergewaltigt, bevor man sie erschoss. Die Leichen wurden an abgelegenen Plätzen und in Mülltonnen in South Los Angeles sowie der angrenzenden Gemeinde Inglewood gefunden. 

Eines der Opfer überlebte Tortur
Im November 1988 überlebte eines seiner Opfer, obwohl der Killer die Frau vergewaltigt, ihr in die Brust geschossen und sie auch noch aus seinem Wagen geworfen hatte. Das könnte auch der Grund für die jahrelange Mord-Pause gewesen sein, denn bis zum März 2002 wurde keine Tat mehr mit dieser Mordserie in Verbindung gebracht. Bis zu seiner Verhaftung am Mittwoch tötete der Serientäter dann noch zweimal: im Juli 2003 und im Jänner 2007.

Mörder trat sehr höflich und gepflegt auf
Die Polizei hatte den Serienmörder ein Vierteljahrhundert gejagt und dabei viele Spuren seiner Erbinformation gesammelt. Von dem einzigen entkommenen Opfer wussten die Ermittler zudem, dass der Täter ein sehr höflich und gepflegt auftretender Schwarzer sei. Der Direktor der Polizei von Los Angeles, Charlie Beck, sagte, die Ermittlungen gegen den Mann hätten nie auch nur "eine Minute lang" geruht.

Pizza überführte den Serienkiller
Überführt hat den Mann schließlich eine Pizza. Nach Angaben der "Los Angeles Times" war ein DNA-Abgleich in den Gefängnissen Kaliforniens im Jahr 2008 ohne Ergebnis geblieben, jetzt habe man aber eine Übereinstimmung bei einem Häftling gefunden: Der Mann konnte zwar nicht der Täter sein, aber er musste mit ihm eng verwandt sein. Daher werteten die Fahnder Daten aus und erarbeiteten einen Stammbaum.

Schließlich war der Vater des Häftlings der Hauptverdächtige. Verdeckte Ermittler folgten dem Mann und sammelten ein Stück von ihm weggeworfene Pizza auf. Und: Die DNA des 57-Jährigen passte zu der bei den Mordopfern gefundenen Spuren. Nach der Festnahme schleppte die Polizei kistenweise beschlagnahmtes Material aus dem Haus des Mannes.

Nachbarn beschreiben den Familienvater übrigens als "feinen Kerl": Er sei immer ordentlich gewesen, habe älteren Leuten geholfen und den Nachbarn kostenlos ihre Autos repariert.

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