28.01.2020 18:00 |

Chinesin war zu Gast

Bayer steckte sich bei Kollegin mit Coronavirus an

Bei dem Coronavirus-Fall in Bayern handelt es sich um die erste Mensch-zu-Mensch-Ansteckung außerhalb Asiens. Der 33-Jährige aus dem Landkreis Starnberg hatte mit einer Chinesin im Rahmen einer Schulung in einer kleinen Gruppe zusammengearbeitet. Die Ansteckung habe „in einem Intervall, in dem die Chinesin noch symptomfrei war“, stattgefunden, sagte der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, am Dienstag. Der Patient ist mittlerweile wieder fieberfrei und auf dem Weg der Besserung. Unterdessen ist auch eine weitere Ansteckung außerhalb Chinas bekannt geworden: Ein um die 50 Jahre alter Taiwanese hat sich bei seiner Frau angesteckt, nachdem diese von einer Reise nach Wuhan zurückgekehrt ist.

Jene Chinesin, die das Virus nach Bayern geschleppt hat, war für eine Fortbildung bei der Firma Webasto in Deutschland zu Gast. Dort hatte sie mit dem 33-Jährigen zusammengearbeitet. Die bayrischen Behörden überprüfen nun 40 Kontaktpersonen in der Firma und der Familie. Die Zahl könnte noch steigen, da der Mann noch am Montag im Büro gearbeitet hatte, hieß es. Bei dem Fall handelt es sich um die erste gesicherte Mensch-zu-Mensch-Übertragung des neuen Virus außerhalb Asiens. Neben China wurden bisher nur in Japan und Vietnam Fälle einer direkten Ansteckung dokumentiert.

Bisher handelte es sich bei fast allen der rund 50 erfassten Infektionen in Frankreich, den USA, Thailand und anderen asiatischen Ländern um importierte Fälle. Die Betroffenen hatten sich bei Reisen nach China infiziert. Lediglich ganz vereinzelte Fälle von Ansteckungen zwischen engen Familienangehörigen wurden bekannt, aber keine Übertragungen etwa auf Klinikpersonal, Arbeitskollegen oder Zufallskontakte. In Wien hatten sich zwei weitere Verdachtsfälle am Dienstag nicht bestätigt. 

Chinesin bereits wieder zu Hause
Das Virus kann eine Lungenkrankheit auslösen, an der im Hauptverbreitungsland China bereits mehr als 100 Menschen gestorben sind - die meisten von ihnen waren ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen. Der Landkreis Starnberg liegt rund 80 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt.

Die Frau, bei der sich der Deutsche ansteckte, habe vor ihrer Reise nach Deutschland Besuch von ihren Eltern gehabt, die aus der besonders betroffenen Region Wuhan stammen, hieß es am Dienstag. Sie sei am 23. Jänner wieder zurückgeflogen und habe sich auf dem Heimweg krank gefühlt. Sie befindet sich nach Angaben von Webasto ebenfalls in stationärer Behandlung.

„Er wird medizinisch überwacht und ist isoliert“
Der Patient in Bayern befindet sich nach Angaben der „Task Force Infektiologie“ des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) klinisch in einem guten Zustand, wie es in einer Mitteilung vom späten Montagabend hieß. „Er wird medizinisch überwacht und ist isoliert.“

„Keine Gefahr für Mit-Patienten“
Clemens Wendtner, Chefarzt der Münchner Klinik Schwabing, wo der Patient untergebracht ist, sagte zudem in einem Pressestatement, der Mann sei bereits wieder fieberfrei: „Er ist wach, ansprechbar und außer Lebensgefahr.“ Es bestehe keinerlei Gefahr für Mit-Patienten, so Wendtner gegenüber der „Bild“: „Der Patient ist in einem Isolationszimmer untergebracht.“ Eine Entlassung sei aber noch nicht absehbar.

EU-Behörde rechnet mit begrenzten lokalen Übertragungen
Die EU-Präventionsbehörde ECDC geht von weiteren künftigen Funden in Europa aus. Angesichts der Lage in China sei es wahrscheinlich, dass es weitere importierte Fälle in Europa geben werde. Eine Folge davon dürfte sein, dass es zu einer begrenzten Zahl lokaler Übertragungen des Virus in Europa kommen werde. Ein einzelner entdeckter Fall ändere jedoch nichts am Gesamtbild für den Kontinent oder der Einschätzung, dass eine moderate Wahrscheinlichkeit dafür bestehe, dass Fälle nach Europa kämen. das teilte das in Schweden ansässige Europäische Zentrum für Krankheitsprävention und -kontrolle am Dienstagabend mit.

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