11.01.2020 12:48 |

Aber noch keine Krise

Handelskonflikte würgten deutsche Konjunktur ab

Internationale Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltwirtschaft haben den Aufschwung in Deutschland im vergangenen Jahr abgewürgt. Konjunkturexperten und die deutsche Regierung gehen für 2019 von einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von etwa 0,5 Prozent in Europas größter Volkswirtschaft aus - nach 1,5 Prozent im Jahr 2018.

Daten für das vergangene Jahr gibt das Statistische Bundesamt am Mittwoch bekannt. Besonders die exportorientierte deutsche Industrie hat ein hartes Jahr hinter sich. Die Handelsstreitigkeiten und das Drama um den Brexit verunsicherten Kunden und bremsten Investitionen. Schlüsselbranchen wie der Auto- und Maschinenbau sowie die Elektro-und Chemieindustrie bekamen das deutlich zu spüren. Für Verunsicherung sorgt auch der Strukturwandel in der Autoindustrie.

Die Binnenwirtschaft erwies sich hingegen als verlässliche Stütze: Die Verbraucher waren dank der anhaltend guten Lage auf dem Arbeitsmarkt in Kauflaune. Am Bau herrschte weiter Hochkonjunktur. Das verhinderte einen von manchen Konjunkturexperten befürchteten Absturz der deutschen Wirtschaft.

Bauboom und Konsum stützten Konjunktur
Im Sommer war die deutsche Wirtschaft vor allem dank des Baubooms und steigender Konsumausgaben auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Das Bruttoinlandsprodukt legte im dritten Quartal 2019 zum Vorquartal um 0,1 Prozent zu. Im zweiten Vierteljahr hatte es noch einen Rückgang um 0,2 Prozent gegeben. Zum Jahresauftakt konnte Europas größte Volkswirtschaft 0,5 Prozent Wachstum verbuchen.

Die deutsche Wirtschaft war seit dem Krisenjahr 2009 kontinuierlich gewachsen. Die Wirtschaftsleistung stieg abgesehen von zwei schwächeren Jahren kräftig um teilweise mehr als zwei Prozent pro Jahr.

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