"Nützliche Kriterien"

Zuwanderung: Unionspolitiker für Intelligenztests

Ausland
28.06.2010 12:37
Politiker von CDU und CSU haben neue Kriterien für die Einwanderungspolitik in Deutschland und dabei auch Intelligenztests für Zuwanderer gefordert. Der innenpolitische Sprecher der Berliner CDU, Peter Trapp, erklärte: "Wir müssen bei der Zuwanderung Kriterien festlegen, die unserem Staat wirklich nützen. Maßstab muss außer einer guten Berufsausbildung und fachlichen Qualifikation auch die Intelligenz sein. Ich bin für Intelligenztests bei Einwanderern." Diese Frage dürfe nicht länger tabuisiert werden.

Neben Trapp sprach sich laut "Bild"-Zeitung auch der Chef der CSU-Europagruppe, Markus Ferber, für eine einheitliche europäische Neuregelung der Zuwanderungspolitik aus und verwies in diesem Zusammenhang auf das Beispiel Kanadas: "Kanada ist da viel weiter und verlangt von Zuwandererkindern einen höheren Intelligenzquotienten als bei einheimischen Kindern. Humane Gründe wie Familiennachzug können auf Dauer nicht das einzige Kriterium für Zuwanderung sein." Die Botschaft Kanadas in Berlin jedoch widersprach dieser Darstellung: Es gebe keine Intelligenztests für Einwanderer.

Regierung weist Forderung zurück
In Reaktion auf die Aussagen der Unionspolitiker erklärte die Integrationsbeauftragte der Regierung, Maria Böhmer, am Montag in Berlin: "Zuwanderern pauschal Dummheit zu unterstellen, ist eindeutig diskriminierend. Statt zu spalten, sollten wir gemeinsam für ein gutes Miteinander werben."

Der Vorsitzende des Bundesausländerbeirats, Karamba Diaby, bezeichnete die Vorschläge als "Sommerloch-Thema". Die Zuwanderung habe ohnehin schon abgenommen, sagte der promovierte Chemiker aus Halle, der selbst vor 25 Jahren aus dem Senegal zum Studium in die damalige DDR-Stadt gezogen war. "Wir brauchen keine negative Diskussion über Zuwanderung. Ich plädiere für eine Willkommenskultur. Wir stehen in einer Konkurrenz um die besten Köpfe dieser Welt, und es ist nicht so, dass die ganze Welt an unsere Tür anklopft."

Landesausländerbeirat: "Brandgefährlich"
Der Landesausländerbeirat in Hessen kritisierte den Vorschlag der Unionspolitiker als "brandgefährlich, weil damit Ausländern indirekt weniger Intelligenz unterstellt" werde. Damit sei er auch verfassungsrechtlich fragwürdig. Wer solche Vorschläge unterbreite, müsse sich allen Ernstes auf seine politische Zurechnungsfähigkeit untersuchen lassen, meinte der Vorsitzende Corrado Di Benedetto.

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