Angriff auf Flotte
Türkei sperrt ihren Luftraum für israelische Flieger
Bei der israelischen Militäraktion wurden neun Menschen getötet, acht Türken und eine Person mit türkischer und US-Staatsbürgerschaft. Die Türkei rief daraufhin ihren Botschafter aus Israel zurück und sagte gemeinsame Militärmanöver ab. Ankara fordert von Israel die Rückgabe der beschlagnahmten Schiffe, eine Entschädigung der Opfer und eine internationale Untersuchung des Zwischenfalls.
Wie die Regierung in Ankara am Montag bekannt gab, gilt die Luftraum-Sperre nur für Militärflugzeuge. Mindestens einer israelischen Maschine mit mehr als 100 Offizieren an Bord hat die Türkei bereits die Nutzung ihres Luftraums verwehrt, wie die israelische Zeitung "Yediot Ahronot" am Sonntag berichtete. Die Offiziere wollten zu einem Besuch der Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz nach Polen fliegen.
Türkei fordert Entschuldigung
Erdogan bekräftigte am Sonntag zum Abschluss des G-20-Gipfels in Toronto, dass sein Land von Israel eine Entschuldigung erwarte. Zudem müsse Israel eine internationale Untersuchung des Vorfalls zulassen und die Blockade des Gazastreifens vollständig aufheben.
Erdogan: "Es gab keine Waffen"
Erdogan äußerte die Hoffnung, dass ein für Anfang Juli geplantes Treffen zwischen US-Präsident Barack Obama und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu einen "positiven" Effekt auf die israelische Haltung in der Angelegenheit haben könne. Zugleich erneuerte Erdogan die Kritik an dem Einsatz gegen die Gaza-Flotte. "Niemand kann davon sprechen, dass Israel angegriffen wurde", sagte Erdogan. "Wäre eine einzige Waffe gefunden worden, wäre das eine große Neuigkeit seitens Israel. Aber es gab keine Waffen."
Netanyahu vor Untersuchungskommission?
Unterdessen hat der Chefermittler für die Untersuchung der Militäraktion gegen die Gaza-Hilfsflotte angekündigt, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu vernehmen zu wollen. Jacob Turkel, ein früherer Richter am Obersten Gerichtshof, teilte am Montag mit, er werde Netanyahu vor seine Untersuchungskommission zitieren. Auch Verteidigungsminister Ehud Barak und Angehörige der Streitkräfte sollten aussagen.
Die fünfköpfige Kommission trat am Montag zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Neben Turkel und zwei weiteren Israelis gehören ihr auch zwei ausländische Beobachter an, und zwar der nordirische Nobelpreisträger David Trimble und der kanadische Ex-Brigadegeneral Ken Watkin.
Die türkisch-israelischen Beziehungen sind seit dem Vorfall äußerst angespannt. Ankara erwägt nach Angaben aus türkischen Diplomatenkreisen eine Herabstufung der diplomatischen Beziehungen mit Jerusalem.
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