Großer Andrang

Bundesheer rechnet mit neuem Freiwilligenrekord

Österreich
27.06.2010 11:51
Das Bundesheer erwartet einen Rekord an Freiwilligen. Schon im ersten Halbjahr gab es fast 2.000 Meldungen, während man im ganzen Vorjahr 3.723 Meldungen zählte. Ein Grund für den starken Ansturm könnte die Arbeitsmarktsituation und die damit zusammenhängende Unsicherheit sein. Bisher haben sich jedenfalls 1.978 Männer und Frauen freiwillig für das Bundesheer gemeldet, bis Ende des Jahres dürften es über 4.000 werden.

Von den 1.978 Freiwilligen für den Ausbildungsdienst waren im (nicht ganz) ersten halben Jahr 174 Frauen. Im ganzen Jahr 2009 meldeten sich 302 Frauen von insgesamt 3.723 Freiwilligen, 2008 waren es 228 von 2.704 und 2007 wollten 249 Frauen von insgesamt 2.771 beim Heer dienen. Tatsächlich einberufen wurden 2009 rund 1.660, davon 123 Frauen. Heuer wurden bisher 470 Männer und 12 Frauen für den Ausbildungsdienst einberufen. Inklusive der im September erwarteten 400 bis 500 einjährig Freiwilligen rechnet man beim Bundesheer damit, die Vorjahreszahlen "deutlich zu übertreffen".

Darabos: "Heer zieht bei Jungen"
Verteidigungsminister Norbert Darabos sieht "das große Interesse" als Zeichen dafür, "dass das Bundesheer bei den Jungen zieht und ein attraktiver Arbeitgeber ist. Es genießt allen Unkenrufen zum Trotz hohes Ansehen in der Bevölkerung". Gerade angesichts einer schwierigen Arbeitsmarktsituation sei "es wichtig, jungen Menschen Perspektiven zu geben" - und das tue das Bundesheer, so Darabos.

Insgesamt sucht das Militär heuer 2.000 neue Soldaten. Konkret braucht man 1.300 für den Ausbildungsdienst und weitere 700 für den Auslandseinsatz. Personen, die eine Karriere im Ausbildungsdienst beginnen, können sowohl eine Laufbahn als Offizier oder Unteroffizier starten als auch in den sogenannten "Kaderpräsenzeinheiten" dienen.

Einsparungen von 1.000 bis 3.000 Soldaten
Während das Bundesheer für die Truppe Zeitsoldaten braucht und anwirbt, soll in der Verwaltung Personal eingespart werden. Ein Stufenplan sieht bis 2014 durch natürliche Abgänge einen Abbau von 1.000 Planstellen vor. Angesicht des enormen Sparzwangs könnte es aber bis zu 3.000 sein.

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