Ruhe vor Sturm?

Pleiten von Firmen so selten wie zuletzt vor 7 Jahren

Tirol
24.06.2010 16:25
Die Wirtschaftskrise hat Anlass zu schlimmsten Befürchtungen gegeben. Jetzt zeigt sich: Die Tiroler Unternehmen haben sich in turbulenten Zeiten bisher gut geschlagen. "Die derzeitigen Insolvenzwerte sind die niedrigsten seit sieben Jahren", sagt KSV-Chef Walter Hintringer. Auch die Zahl der Privatkonkurse ist um 3,9 Prozent gesunken.

Die bisher größten Firmenpleiten in Tirol im heurigen Jahr waren die Alpen Holidays Ferienhäuser GmbH in Waidring (46 Dienstnehmer, 17,5 Millionen Euro Schulden), die WIW Wohnbau in Jenbach (2 Dienstnehmer, 6,3 Millionen Euro Schulden) und die Raku Vertriebs-GmbH in Kufstein (5,3 Millionen Euro Miese, 38 Angestellte). 

"Im Vergleich zu den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen aber erfreulich entwickelt", stellte KSV-1870-Chef Walter Hintringer fest: "Die Situation in der Gastronomie hat sich normalisiert und die Insolvenzen sind heuer wieder auf den Durchschnittswert von zirka 30 Fällen im Halbjahr zurückgegangen."

Im Vorjahr waren es vor allem Pleiten von Imbissbuden und Cafés, die die Zahlen nach oben schnellen ließen. Die derzeitige Quote sei die niedrigste seit sieben Jahren. Auch bei den Privatinsolvenzen sind die Zahlen gesunken: Von 389 auf 374 Fälle.

"Der momentane Abwärtstrend in Tirol dürfte aus unserer Perspektive längerfristig nicht zu halten sein", wagt Hintringer einen Ausblick: "Wir gehen davon aus, dass die Nachwehen der Wirtschaftskrise in den kommenden Monaten noch spürbar werden und dies wird sich mit Verzögerung auch bei den Insolvenzzahlen niederschlagen."

von Philipp Neuner, Tiroler Krone

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