22.12.2019 05:03 |

Kummernummer

Bei Anruf erhalten Einsame Trost und Rat

Leiden Sie unter dem Weihnachtsblues? Die Rot-Kreuz- Experten der Kummernummer hören Ihnen zu - bei großen und kleinen Sorgen des Lebens. Auch zu Weihnachten finden Sie ein offenes Ohr für Ihre Probleme.

Einsamkeit kann jeden treffen, Mann wie Frau und ohne Altersgrenze. „Gerade um Weihnachten merken wir, dass die Menschen vermehrt grübeln und das alte Jahr Revue passieren lassen“, erklärt Karin Rainer, Sanitäterin und Rot-Kreuz-Mitarbeiterin bei der Kummernummer. „Oft fehlen dann die Ansprechpartner, vor allem bei an den Rand der Gesellschaft Gedrängten. Vielfach betroffen sind hier etwa chronisch Kranke, die auch nicht mehr so mobil sind, um sich mit Freunden zu treffen oder welche zu finden.“ Arbeitslose haben ebenso oft das Gefühl, aus dem Alltag gleichsam „ausgestoßen“ worden zu sein.

Doch auch jene, die eigentlich einen großen Bekanntenkreis haben, merken mitunter, dass diese nur ,Spaßpersonen‘ darstellen, nicht jedoch zu ernsten Gesprächen bereit sind. „Wer dann Rede-Bedürfnis verspürt, kann sich zumindest mit einem Telefonat helfen. Die Probleme verschwinden natürlich nicht, doch schon alleine, sich mit jemandem darüber auszutauschen, macht es oft leichter, einen anderen Blickwinkel zu finden und schließlich weniger daran zu verzweifeln.“

Die 42-jährige Wienerin gibt zu, dass diese ehrenamtliche Arbeit durchaus herausfordernd ist, dennoch hilft sie gerne. „Es ist schön, wenn man am Ende eines intensiven Gesprächs merkt, dass es dem anderen bessergeht, weil es für ihn doch Menschen gibt, denen er nicht egal ist. Die Dankbarkeit, die mir entgegengebracht wird, ist wunderbar.“ Manchmal kommt es durchaus zu beklemmenden Situationen: „Wir können in akuten Fällen keine Rettung ,schicken‘, weil die Anrufer anonym sind, allerdings zum Kontakt mit Experten raten. Im Team besprechen wir belastende Begebenheiten später außerdem auch, um diese zu verarbeiten.“

Was schlägt die Beraterin einsamen Menschen vor? „Zu Hause zu sitzen und frustriert darüber zu sein, dass andere feiern, nutzt nichts. Gehen Sie hinaus und suchen Sie Anschluss. Das ist natürlich anstrengend und fordert Energie. Doch man sollte seine Chancen nutzen und einfach andere ansprechen, z. B. am Christkindlmarkt in gelöster Atmosphäre. Wenn man zu plaudern beginnt, kommen viele auf den Gedanken, dass die Menschen gar nicht ,so schlecht‘ sind, wie gedacht.“ Selbsthilfegruppen oder Patientenvereinigungen wären für Kranke eine Möglichkeit, „rauszukommen“.

Die Kummernummer von Ö3 und Rotem Kreuz ist täglich zwischen 16 und 24 Uhr gebührenfrei unter 116 123 erreichbar.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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