Hans Schweiger, Obmann der Tirol Milch, muss dieser Tage viele Fragen beantworten. Am Mittwochnachmittag verlangte der Bauernbund Aufklärung über die so plötzliche Beurlaubung des Geschäftsführers Carl-Albrecht Benker. Als "normalen Vorgang" versucht Schweiger den Schritt zu begründen. Doch jeder weiß: Der Sanierer Benker war Schweiger dann doch zu eigenmächtig. Man wolle unbeeinflusst eine Entscheidung treffen, sagt der Obmann. Benker hatte sich gegen die Fusion ausgesprochen. Ist die Entscheidung gefallen, könne die Zusammenarbeit weiter laufen.
Benker: "Wir waren auf einem guten Weg"
Daran glaubt kaum jemand. Benker selbst gibt sich wortkarg: "Mir wurde vom Obmann ein Maulkorb umgehängt." Dass er sauer ist wie eine zwei Woche überfällige Milch, ist nicht zu überhören. "Was da abläuft, da fehlen einem die Worte. Ich stehe zur Tirol Milch, wir waren auf einem guten Weg", beteuert er.
Am Donnerstag tagt der Vorstand. Da wird sich zeigen, in welche Richtung es geht. Die Entscheidung obliegt der Generalversammlung. Die könnte bald einberufen werden. Schweiger macht keinen Hehl daraus, dass ihm alles zu langsam geht: "Der 30. September ist der Termin für die Firmenbucheintragung. Ist die Kooperation bis dahin besiegelt, kann noch eine gemeinsame Bilanz erstellt werden. Dieser Termin wäre zu schaffen." Ein Drittel der gelieferten Milch muss die Tirol Milch heute billig nach Italien abgeben. Mit der Berglandmilch könne diese Menge im Land verarbeitet und so ein besserer Preis erzielt werden. Das ist Schweigers zentrales Argument.
Steixner will unabhängige Prüfung
Das hat er am Mittwoch auch dem Bauernbund präsentiert. Obmann LH-Stv. Anton Steixner will eine unabhängige Prüfung. Wer bereits prüft ist der Raiffeisen-Verband. Wie immer, wenn zwei Genossenschaften verschmelzen wollen. "Diese Prüfung und die Empfehlung der Experten ist abzuwarten", so LA Josef Geisler nach der Sitzung. Dazu bekennt sich auch Schweiger. Er betont aber, dass auch mit Fusion die Marke Tirol Milch eigenständig bleibt und der Standort gesichert ist. Das zu gewährleisten, darauf pochen SP, Grüne und liste fritz. Und natürlich die Tiroler Milchbauern.
von Claudia Thurner, Tiroler Krone
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