13.12.2019 13:00 |

44-Jährige angeklagt

Sozialsprengel: Fehlendes Geld war keine Untreue

Es klang nach einer skrupellosen Tat: Ausgerechnet eine leitende Mitarbeiterin eines Tiroler Sozialsprengels soll rund 9500 Euro auf ihr Privatkonto abgezweigt haben. Beim Untreue-Prozess klärte sich aber alles auf. Es folgte der seltene Fall, dass der Staatsanwalt die Anklage zurückzog.

Die Wurzel des Übels lag darin, dass sich die 44-Jährige offenbar zu sehr für ihren Sozial- und Gesundheitssprengel eingesetzt hatte. Weil nämlich Fördergelder des Landes unregelmäßig kamen und das Sprengel-Konto ins Minus zu rutschen drohte, zahlte sich die 44-Jährige nur einen Teil ihrer Gehälter aus. „Eine Konto-Überziehung war nämlich nicht möglich“, betonte die angeklagte zweifache Mutter.

In EDV „verzettelt“
Als der Sprengel wieder „flüssig“ war, überwies sich die 44-Jährige wie geplant ausstehende Summen. „Dabei habe ich mich verzettelt, es war wegen einer neuen EDV ein turbulentes Jahr“, schilderte sie der Richterin. Sonderzahlungen und Überstunden hätten alles noch komplizierter gemacht.

Kassaprüfung und anonyme Anzeige
Bei einer Kassaprüfung wurde ein Fehlbetrag von rund 9500 Euro entdeckt, zusätzlich rief eine anonyme interne Anzeige Polizei und Staatsanwaltschaft auf den Plan. Kriminell war das Ganze aber nicht, noch vor seinem Schlussplädoyer zog der Staatsanwalt die Untreue-Anklage zurück.

Andreas Moser
Andreas Moser
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