12.12.2019 12:30 |

318 Unternehmen

Tirol bei Firmenpleiten heuer „Spitzenreiter“

Österreichweit bleibt die Anzahl an Firmeninsolvenzen im Vergleich zum Vorjahr laut dem Kreditschutzverband beinahe konstant. In Tirol ist sie ordentlich gestiegen.

Von einem Weihnachtsgeschenk kann bei den Unternehmensinsolvenzen in Tirol dieses Jahr keine Rede sein. Insgesamt sind 318 Unternehmen in die Pleite geschlittert. Dies entspricht einem satten Plus von 26,2 Prozent . Kein anderes Bundesland weist einen derart hohen Anstieg auf. Bei näherer Betrachtung zeigt sich sogar ein noch düstereres Bild.

Denn nur über 182 der 318 Unternehmen wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet. Bei den restlichen 136 Vorfällen war ein Verfahren aufgrund des zu wenig frei verwertbaren Vermögens erst gar nicht möglich. Dabei sind die Insolvenzzahlen in den letzten Jahren stetig zurückgegangen. 2018 gab es sogar die niedrigste Quote an Pleiten seit der Jahrtausendwende. Diese wurde mit dem heurigen Jahr aber leider deutlich durchbrochen.

KSV-Boss Schaller: „Kein Grund zur Panik!“
Grund zur Panik gibt es laut dem KSV 1870 aber nicht, wenn man sich die Zahlen der letzten zehn Jahre ansieht. Laut Klaus Schaller, KSV-1870-Regionalleiter West, sei dieser Anstieg zu erwarten gewesen und sogar gut. „Dass ein gewisser Anteil an Unternehmen scheitert, gehört zu einem gesunden Wirtschaftssystem dazu. Es ist vollkommen normal, dass ins Straucheln geratene Betriebe aus dem Wettbewerb ausscheiden. Dadurch bekommen neue, innovative Unternehmen eine Chance, sich erfolgreich am Markt zu behaupten.“

Keine Großinsolvenzen
Erfreulich sei, dass in diesem Jahr die Großinsolvenzen ausgeblieben sind. In keinem Verfahren gab es Verbindlichkeiten über einer Grenze von zehn Millionen Euro. Spitzenreiter ist die Capital & IMMOBILIEN INVEST GmbH in Wörgl. Sie hat Verbindlichkeiten in Höhe von 8,8 Millionen.

Ausblick für 2020: Keine großen Veränderungen
Für das neue Jahr erwartet der KSV keine großen Veränderungen im Vergleich zu diesem Jahr. Ein schwieriger werdendes Marktumfeld führe nämlich nicht unmittelbar zu einem Anstieg der Insolvenzzahlen. Bevor ein Betrieb in die Pleite gehe, würden zuvor die letzten Reserven aufgebraucht. Und solange die Zinsen nicht dramatisch ansteigen, werde die Anzahl der Insolvenzen auch 2020 die 400er-Marke in Tirol nicht übersteigen.

Manuel Schwaiger, Kronen Zeitung

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