Kirgistan-Unruhen
USA fordern internationale Untersuchung
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief derweil die internationale Gemeinschaft zur Bereitstellung von Nothilfen in Höhe von 71 Millionen Dollar für Kirgistan auf. Der zuständige UN-Koordinator John Holmes befinde sich bereits in Gesprächen mit Geberstaaten. Für Usbekistan werde Anfang kommender Woche ein Nothilfe-Aufruf gestartet, sagte Ban.
400.000 Menschen auf der Flucht
Zuvor hatte Übergangspräsidentin Rosa Otunbajewa eingeräumt, dass bei den Unruhen möglicherweise bis zu 2.000 Menschen und damit zehnmal so viele wie bislang angenommen ums Leben gekommen sein könnten. Die UN geht davon aus, dass eine Million Menschen von den ethnischen Auseinandersetzungen betroffen sind. Etwa 400.000 sind auf der Flucht.
Moskau erwägt Militäreinsatz
Unterdessen denkt Russland offenbar doch über einen Militäreinsatz in Kirgistan nach. Wie russische Nachrichtenagenturen am Freitag unter Berufung auf Kreise des Verteidigungsministeriums meldeten, könnten die Soldaten zum Schutz strategisch wichtiger Einrichtungen in der zentralasiatischen Republik eingesetzt werden. Eine entsprechende Anfrage der kirgisischen Übergangsregierung werde derzeit geprüft.
Russland und der Westen fürchten, dass durch anhaltende Unruhen die frühere Sowjetrepublik ein Hort für international operierende Extremisten werden könnte. Die Vereinten Nationen warnten vor einem Erstarken des Islamismus in der Region. Es gebe dort zahlreiche extremistische Organisationen und unter den derzeitigen Umständen würden sie einen fruchtbaren Boden für ihre Ziele finden. Der Konflikt könne ganz Zentralasien bis an die Grenzen zu Afghanistan radikalisieren.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.