Kärntner bei Minardi

Haider erhielt 190.000 Euro für Formel-1-Deal

Österreich
10.06.2010 13:25
Das Formel-1-Sponsoring für den Kärntner Patrick Friesacher im Jahre 2005 sorgt weiter für Aufregung. Von den zwei Millionen Euro, die russische Investoren für Friesachers Kurzauftritt im Minardi-Rennstall springen ließen, gingen laut ehemaligem Haider-Referenten Franz Koloini rund 190.000 Euro direkt an den ehemaligen Landeshauptmann Jörg Haider, der ja den Sponsordeal für Friesacher eingefädelt hatte.

"Das Geld ist übrig geblieben, weil Friesachers Vertrag vorzeitig gelöst wurde", sagt der ehemalige Protokollchef Haiders. Er habe Haider das Geld bar übergeben: "Was er damit gemacht hat, weiß ich nicht."

Missbrauch durch Haider vermutet
Bei den freizügigen Russen handelt es sich um jene Investoren, die ihr Geld auch in das Blumenhotel in St. Veit gesteckt haben. Das lässt SPÖ und Grüne aufschreien. Der rote Abgeordnete Herwig Seiser vermutet versteckte Parteienfinanzierung, der grüne Rolf Holub einen Missbrauch der Hypo durch Haider, weil der Deal über ein Hypo-Kreditkonto abgewickelt wurde.

Koloini besteht darauf, dass das Friesacher-Sponsoring weder mit Steuer- noch mit Hypo-Geld zu tun hatte. Dieser Verdacht war damals aufgekommen, da Haider über die Namen seiner Geldgeber schwieg. Auch die bald danach erfolgte Einbürgerung der betreffenden Russen habe nichts mit den Friesacher-Millionen zu tun gehabt, so Koloini.

Staatsbürgerschaft aus "Staatsinteresse"
Die Staatsbürgerschaft wurde den russischen Investoren aus "Staatsinteresse" gewährt. "Die Landesregierung hat den Antrag bei der Bundesregierung eingebracht. Die hat festgestellt, dass das Staatsinteresse gegeben ist", erklärt der Chef der Wahlrechtsabteilung, Herbert Hauptmann: "Ob jemand und wer allenfalls bei der Bundesregierung dafür interveniert hat, entzieht sich meiner Kenntnis."

von Waltraud Dengel, "Kärntner Krone"

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