"Maiwiese" bleibt

Klimt wird in London versteigert – Nolde für Lentos gerettet

Oberösterreich
09.06.2010 18:10
32 Erben können sich nun 20 Millionen Euro von der Versteigerung ihres Gustav-Klimt-Gemäldes "Ria Munk" erhoffen, das bis vor Kurzem im Lentos gehangen hat. Linz musste bereits zwei Kunstschätze um 35 Millionen Euro zurückgeben und schon um 60 Bilder streiten. Emil Noldes "Maiwiese" darf jedoch im Lentos bleiben (Bild).

Zwischen 800.000 und 1,4 Millionen Euro liegen die Schätzpreise für das 48 x 79 Zentimeter große Ölgemälde, das 1939 verloren ging. Ob damals die ganze kostbare Kunstsammlung des Hamburger Arztes Siegfried Julius beim Transport in die Schweiz zum NS-Raubgut  wurde oder von anderen Kriminellen erbeutet wurde, ist nicht mehr zu klären.

Aufgetaucht ist nur noch Noldes "Maiwiese", die 1953 ein umstrittener Kunsthändler der Stadt Linz verkaufte. Julius' Erben wurden deshalb vom Magistrat vor einem Jahr angeschrieben und um Auskunft gebeten, haben jedoch weder Antwort gegeben noch Ansprüche gestellt: Daraus schließt man im Rathaus, dass die "Maiwiese" rechtmäßig im Kunstmuseum bleiben kann. 

Werke von Egon Schiele und Gustav Klimt wurden hingegen restituiert: "Ria Munk III", die 1956 um 9.600 Schilling gekauft worden war, soll am 23. Juni bei Christie's in London 20 Millionen Euro erzielen.

Kronen Zeitung

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