Glücksspiel

1.173 einarmige Banditen im Land ob der Enns erlaubt

Oberösterreich
08.06.2010 16:23
Suchtkranke Glücksritter sollen mit 500-fachen Gewinnen angelockt – und mit zehnfachen Einsätzen abgezockt werden. 1.173 legale Spielautomaten sollen pro Jahr 20 Millionen Euro in die Landeskasse spülen, wenn nächste Woche das neue Bundesgesetz beschlossen wird, das als "Gangstergesetz" bezeichnet wurde.

"Eine gemeingefährliche Schnapsidee mit Suchtgeldgarantie", nennt der Grüne Peter Pilz die Novelle. Sie erlaubt einen Automaten für 1.200 Einwohner, statt 50 Cent fünf oder zehn Euro Einsatz und statt 20-Euro-Gewinne 10.000-Euro-Jackpots.

Das neue Gesetz soll zwar die 3.500 verbotenen einarmige Banditen in Oberösterreich reduzieren und auf 1.173 limitieren, aber erstmals kontrollieren und besteuern. Denn das seit 18 Jahren bestehende Verbot hat nichts gebracht.

"Soko Glücksspiel"
Das neue Gesetz hingegen bringt viel Geld in die Kassen der öffentlichen Hand und dreier privater Konzessionäre. Neben dem Branchenführer Novomatic könnten sich die Gerätehersteller TAB aus Traun, AMATIC aus Rutzenmoos, WEBAK aus Gmunden, APEX in  Kefermarkt, Funworld in Schörfling oder das oberösterreichische Firmengeflecht Kajot bewerben, wenn sie den Kriterienkatalog erfüllen.

"Wenn ein Automat nicht online ist, ist er nicht zu kontrollieren – und damit illegal", so Sicherheitsdirektor Dr. Alois Lißl. Er ist froh, dass den bisherigen Manipulationen ein Riegel vorgeschoben wird. Zur Überwachung wird eine eigene "Soko Glücksspiel" gegründet und geschult. Sie dürfte sich rentieren.

Kronen Zeitung

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