05.11.2019 06:05 |

Bürokratie als Hürde

Schutzhütten kommen die Pächter abhanden

Die heurige Wandersaison ist zwar soeben zu Ende gegangen, die Arbeit für die heimischen Bergsteigervereine hat aber erst begonnen: Noch nie standen so viele Hütten ohne Pächter da, auch Köche und Kellner sind Mangelware. Veränderte Lebensentwürfe und überbordende Bürokratie gelten als Ursachen für die Misere.

Von der Ennstaler Hütte über die Hesshütte bis zum Rohrauerhaus - sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind bei Wanderern besonders beliebte Schutzhütten. Ob sie in der nächsten Saison wieder Gäste beherbergen werden, steht jedoch aktuell noch in den Sternen.

Personal darf nicht in Stockbetten nächtigen
„Wir finden einfach kein Personal mehr, das Problem ist mittlerweile massiv“, ist Peter Kapelari vom Österreichischen Alpenverein alarmiert.

Die Krux liegt manchmal im Detail: „Die Auflagen sind wirklich hart. Das Personal darf man beispielsweise nicht in einem Stockbett nächtigen lassen; die Räume, in denen die Angestellten schlafen, müssen zumindest 2,50 Meter hoch sein - und, und, und“, ärgert sich Kapelari über bürokratische Hürden.

Zu Spitzenzeiten geht´s durch
Dabei ist die Tätigkeit an sich schon hart genug: „Man muss unzählige Ausbildungen haben, sieben Tage die Woche da sein, zu Spitzenzeiten zerreißt’s einen, bei Schlechtwetter sitzt man tagelang alleine herum - das muss man alles einmal aushalten können“, betont der Experte.

95 Prozent der Bewerber sind ungeeignet
Dass es auch noch Grund zur Hoffnung gibt, zeigt das Beispiel Admonterhaus: „Wir haben soeben einen neuen Pächter für diese wichtige Schutzhütte gefunden, die Freude ist groß“, sagt Ernst Kren, Obmann der Sektion Admont-Gesäuse. Ein Jahr lang hat man gesucht, 95 Prozent der Bewerber wären von vornherein nicht in Frage gekommen: „Viele wollen einfach nur eine Zeit lang aussteigen, das hören wir immer öfters. Ein völlig falsches Motiv für diesen beinharten Knochenjob“, meint Kren.

Wichtige Stütze für Tourismus
Wie wichtig die Schutzhütten als Gästebringen sind, weiß Davis Osebik, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Gesäuse: „Die Schutzhütten sind unsere nächtigungsstärksten Betriebe. Damit bilden sie das touristische Rückgrat unserer Region. Steht auch nur ein Haus ohne Pächter da, ist das für uns äußerst unerfreulich.“

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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