31.10.2019 19:00 |

Versteigerung

Millionen-Deal um Mozart-Bild

An der Authentizität besteht kein Zweifel: Eines der raren Mozart-Porträts aus seinen Lebzeiten, im konkreten Fall jenes von Giambettino Cignaroli, wird am 27. November in Paris versteigert. Nächste Woche gibt das Bild ein Gastspiel in Wien – Experten erwarten ein Höchstgebot von rund 1,5 Millionen Euro.

Das Porträt des ungefähr 13-jährigen „Mozart in Verona“ wird Giambettino Cignaroli zugeschrieben und dürfte Anfang 1770 entstanden sein. Sehr detailgetreu, denn am Notenpult über dem historischen Cembalo sind die Noten des Allegro in GKV 72a exakt wiedergegeben. Die Entstehung des Bildes im Haus von Gönner Pietro Lugiati wird auch in einem Brief Leopold Mozarts dokumentiert. Das Ölgemälde (70 x 57cm) befand sich seit den 1930er Jahren im Besitz der Familie des vor Jahrzehnten verstorbenen Pianisten Alfred Cortot.

Dass dieses gemalte Antlitz nun versteigert wird, weckt auch Begehrlichkeiten bei Salzburgs „globaler Zentralanstalt in Sachen Mozart“, der Internationalen Stiftung Mozarteum. Dr. Gabriele Ramsauer, Schirmherrin aller Mozart’schen Devotionalien: „Wir horten rund ein Dutzend von Abbildungen Mozarts, dieses hat schon speziellen Reiz.“ Man wird zur Wiener Präsentation bei Christies (6. und 7. November) mit Dr. Christoph Grosspietsch den Stiftungs-Experten für Mozart-Ikonografien entsenden – ob man auch am finalen Versteigerungsakt in Paris vertreten sein wird, ist offen.

Auf alle Fälle ist der Ausrufungspreis von 800.000 Euro (Insider erwarten einen Endpreis von 1,2 bis 1,5 Millionen) kein Abschreckungsgespenst für die Leiterin der Mozart-Museen und des Archivs. „Wir werden auf alle Fälle danach trachten, unter Umständen mit dem neuen Besitzer eine Vereinbarung zu treffen, uns das Bild, eventuell als temporäre Leihgabe zur Verfügung zu stellen.“ Explizit ausschließen will Ramsauer auch einen Erwerb für die Stiftung nicht. „Es gibt immer wieder Mäzene, die an die Stiftung denken.“ Aus dem operativen Budget oder aus Rücklagen sei die Summe aber „bei den vielen Verpflichtungen der Stiftung kaum aufzutreiben.“

Roland Ruess
Roland Ruess
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