"Eine Wunderwaffe"

Easyjet-Flieger bald mit neuartigem Asche-Radar

Ausland
04.06.2010 11:55
Als Konsequenz aus dem mehrwöchigen Vulkanasche-Chaos im europäischen Luftraum will der Diskont-Carrier Easyjet seine Flugzeuge mit speziellen Detektoren ausstatten lassen. Die in Norwegen entwickelten Radargeräte sollen an der Heckflosse eines Flugzeugs angebracht werden und Asche in einem Radius von 100 Kilometern aufspüren können.

Das System sei im Wesentlichen ein Wetterradar für Asche und wurde von Fred Prata vom Norwegischen Institut für Luft-Forschung entwickelt, heißt es in einer Easyjet-Mitteilung. Das "AVOID" (Airborne Volcanic Object Identifier and Detector) genannte System basiere auf einer Infrarot-Technologie, die auf Flugzeugen platziert werden kann. "So können Bilder an die Piloten und an das Flugsteuerungszentrum der Airline geliefert werden."

Die Bilder ermöglichen es den Piloten, eine Aschewolke bereits aus 100 Kilometern Entfernung und in Höhen zwischen 5.000 und 50.000 Fuß zu erkennen. Der Pilot könne seine Flugroute so entsprechend anpassen und Aschewolken ausweichen. 

"Wunderwaffe" gegen Airport-Sperren
Der erste Testflug wird von Airbus im Auftrag von Easyjet in den nächsten zwei Monaten mit einem Airbus 340 als Testflugzeug durchgeführt. "Diese bahnbrechende Technologie ist eine 'Wunderwaffe', die großflächigen Störungen durch Asche ein Ende setzen wird", so Easyjet-Chef Andy Harrison. Die Airline habe auch die Zustimmung der britischen Luftfahrtbehörde CAA erhalten.

Easyjet will umgerechnet 1,2 Millionen Euro in die Technologie investieren. Bis Jahresende sollen dann zwölf Flugzeuge über ein "Vulkanasche-Radargerät" verfügen. Die Airline hofft, durch diesen Vorstoß eine Entwicklung in Gang zu setzen, um Flugverbote wie nach dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull zu vermeiden.

Easyjet verlor bis zu 75 Millionen
Nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Mitte April waren in zahlreichen europäischen Ländern Flugverbote verhängt worden. Dadurch erlitt Easyjet nach eigenen Angaben einen Verlust zwischen 50 und 75 Millionen Euro. Die Fluggesellschaft hat eine Klage gegen die Flugaufsichtsbehörden mehrerer Länder angekündigt.

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