Über Stunden anhaltender Starkregen sorgte in weiten Teilen Tirols für eine angespannte Hochwassersituation. Am stärksten betroffen waren das Unterland und das Außerfern.
Die Walchsee-Bundesstraße zwischen Kössen und Reith im Winkl (D) musste komplett gesperrt werden, nachdem die Straße von der hochwasserführenden Kössener Ache an komplett weggespült worden war. Insgesamt gibt es auf einer Länge von drei Kilometern Fahrbahnschäden. Die Straße blieb vorerst gesperrt.
Zu Verkehrsbehinderungen durch Baggerarbeiten kam es auf der Achensee-Bundesstraße, auf die Gesteinsmassen niedergegangen waren. An manchen Stellen war die Fahrbahn unterspült.
Zeitweise gesperrt war auch die Hochkönigstraße zwischen Hochfilzen und Leogang. Die Fahrbahn war abschnittsweise in den Fluten versunken.
Aufgrund der starken Niederschläge löste sich eine Mure in der Ortschaft Bschlabs (Bild), wobei die Zufahrtswege zum Ortsteil Windegg zur Gänze verschüttet wurden. Der Ausläufer der Mure erreichte sogar die L266 Bschlaberstraße, verlegte diese aber nur geringfügig.
Nächtlicher Dauereinsatz der Tiroler Feuerwehren
Die Feuerwehren standen besonders im Unterland im nächtlichen Dauereinsatz. Hauptsächlich mussten Keller ausgepumpt und verlegte Straßen befahrbar gemacht werden. "Allein im Bezirk Kufstein befanden sich bis zu 13 Feuerwehren mit 200 Mann im Einsatz", berichtet Landesfeuerwehrkommandant Klaus Erler.
Auch im Bezirk Reutte waren intensive Niederschläge zu verzeichnen: Den Spitzenwert hatte der Großraum Reutte zu vermelden, wo binnen 12 Stunden die Wassersäule knapp 9 Zentimeter hoch war. "Ähnlich intensiv hat es auch im Tannheimer Tal und im Raum Zwischentoren geregnet", berichtet Bezirkshauptfrau Katharina Schall: "Dies führte in einigen Gemeinden zu kleinräumigen Überflutungen und Vermurungen."
Den nicht enden wollenden Regengüssen fiel die Fronleichnamsprozession in Innsbruck zum Opfer. Sie wurde abgesagt, weil die Altäre im Freien nicht ausreichend geschützt werden konnten. Größere Probleme oder Verletzte habe es bei den Einsätzen aber nicht gegeben, sagte Feuerwehrchef Erler.
von Philipp Neuner (Tiroler Krone) und krone.at
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.