26.10.2019 13:28 |

Vorzeichen für Eisberg

Zwei 20-km-Risse in Antarktis-Gletscher entdeckt

Vom Pine Island Glacier, dem längsten und am schnellsten fließenden Gletscher der Antarktis, dürfte schon bald ein riesiger Eisberg abbrechen. Aufnahmen der europäischen Erdbeobachtungssatelliten „Sentinel 1“ und „Sentinel 2“ zeigen zwei Risse, die bis Ende September auf jeweils rund 20 Kilometer Länge angewachsen sind. Schon bald, so fürchten Experten, könnte ein Hunderte Quadratkilometer großer Eisberg abbrechen.

Die beiden Risse wurden erstmals Anfang des Jahres entdeckt und sind rasch auf eine Länge von jeweils etwa 20 Kilometer Länge (siehe Video oben) angewachsen, berichtet die Europäische Weltraumorganisation ESA auf ihrer Website. Wenn der Pine Island Glacier erneut kalbt, dann wäre es bereits der siebente große Eisberg, der seit 2001 von dem 250 Kilometer langen Gletscher abbricht.

Im Vorjahr brach 200 km² großer Eisberg ab
„Diese neuen Risse traten schon bald nach der großen Kalbung des Eisbergs B46 im vergangenen Jahr (damals war Anfang November ein mehr als 200 Quadratkilometer großes Stück des Gletschers abgebrochen, Anm.) auf. Ihre progressive Ausdehnung signalisiert, dass bald ein neuer Eisberg mit ähnlichen Ausmaßen gekalbt wird“, wird der Leiter der Abteilung für Erd- und Missionswissenschaften bei der ESA, Mark Drinkwater, auf der ESA-Website zitiert.

Gletscherkante geht seit 2015 stark zurück
Experten gehen davon aus, dass warmes Ozeanwasser den Gletscher von unten abträgt, bis es zum Bruch kommt. Untersuchungen zeigen jedenfalls, dass die Gletscherkante des Pine Island Glacier - verglichen mit Aufzeichnungen vergangener Jahrzehnte - seit 2015 besonders stark zurückgehe.

Die „Sentinel“-Satelliten gehören zum ESA-Erdbeobachtungsprogramm „Copernicus“. Sie kreisen mit einer Geschwindigkeit von rund 7,6 Kilometern pro Sekunde etwa 700 Kilometer über der Erde und verfügen über ein Radarsystem, das bei jedem Wetter rund um die Uhr hochaufgelöste Bilder der Land- und Meeresoberflächen liefert.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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