Kritik aus Moskau
Erstmals GIs und US-Raketen fest in Polen stationiert
Klich erklärte, die Stationierung des Raketensystems in Polen sei ein "wichtiger Schritt" zur Steigerung der nationalen Sicherheit und der strategischen Kooperation mit den USA.
Die Gefechtsköpfe der Patriot-Raketen sind nach Angaben eines US-Diplomaten noch nicht bestückt, dies sei erst für die kommenden Ladungen vorgesehen. Die Raketen sollen in einer Art Rotationsprinzip 30 Tage pro Quartal in Polen stationiert werden. Die normalerweise im deutschen Kaiserslautern stationierten US-Soldaten sollen die Raketen warten und polnische Soldaten mit den Waffen vertraut machen. Klich sagte, er hoffe, dass künftig noch mehr US-Soldaten nach Polen kämen, und appellierte an die Truppen, das Vertrauen der Bevölkerung nicht zu verspielen.
Russland kritisiert Stationierung
Russland hat die Stationierung der US-Raketen als "enttäuschend" kritisiert. Morag liegt nicht weit von der polnisch-russischen Grenze entfernt. "Solche militärischen Schritte nur rund 60 Kilometer von der russischen Grenze entfernt gefährden die Sicherheit in der Region", sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Außenministeriums in Moskau am Mittwoch. "Die Stationierung trägt nicht dazu bei, eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen." Polen hingegen hatte wiederholt betont, dass Morag wegen seiner guten Infrastruktur als Standort für die US-Raketen ausgewählt worden sei - und nicht aus politischen Gründen.
"Wir bedauern, dass die polnische und die US-amerikanische Seite unsere Fragen bezüglich der Gründe dieser Stationierung nicht beantworten", sagte der Außenamtsmitarbeiter. Politische Beobachter in Moskau nannten die Kritik vergleichsweise gemäßigt. Als Grund sehen sie eine deutliche Verbesserung der allgemeinen Beziehungen Moskaus zu Warschau und zu Washington in den vergangenen Monaten.
Nach Angaben der polnischen Regierung sollen die Raketen spätestens 2012 ein fester Bestandteil der Luftabwehr des NATO-Mitglieds sein. Washington hatte Warschau im August 2008 die Raketen als Gegenleistung für eine Zustimmung zum geplanten Raketenschutzschirm in Mitteleuropa in Aussicht gestellt. Auch nach dem Verzicht von US-Präsident Barack Obama auf das Projekt hielt Polen an seiner Forderung nach einer Patriot-Stationierung fest.
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