Hochwasser in Polen
18 Ortschaften nach einem Dammbruch überflutet
Unter Wasser steht polnischen Medien zufolge ein Gebiet von rund 8.000 Hektar. Um weitere bedrohte Orte zu schützen, wurde am Montag der Deich an mehreren Stellen gesprengt, berichtete der Fernsehsender TVN24. Die Behörden erhoffen sich von dieser Maßnahme, dass die Weichsel in ihr Flussbett zurückfließt.
Aus der Krisenregion müssen etwa 4.000 Menschen und 5.000 Tiere in Sicherheit gebracht werden. Im schlimmsten Fall könnten sogar 10.000 Einwohner der Gemeinden Gabin und Slubice gefährdet sein, sagte die Sprecherin des zentralpolnischen Verwaltungsbezirks Mazowsze, Ivetta Bialy. Die meisten Menschen wollen aber in ihren Häusern bleiben, weil sie Einbrüche befürchten.
120 Schulen und Kindergärten geschlossen
Die Wassermassen hatten den Deich am Sonntag in Swiniary bei Plock am Linksufer der Weichsel durchbrochen. Durch das fast 200 Meter lange Loch strömten pro Sekunde 800 Kubikmeter Wasser. Um es zu stoppen, wurden in der Nacht zum Montag 32 Tonnen Schutt abgeworfen. Hunderte Feuerwehrleute und Soldaten sowie mehrere Hubschrauber waren im Einsatz. Auch in Warschau ist die Lage weiterhin angespannt. Wegen Hochwassergefahr wurden 120 Schulen und Kindergärten geschlossen.
14 Tote und große Schäden
Das schwere Hochwasser in Polen hat bisher 14 Menschenleben gefordert. Das teilte Polizeisprecher Mariusz Sokolowski am Montag in Warschau mit. Im Parlament legte Regierungschef Donald Tusk einen Bericht zu den Schäden der Überschwemmungen vor. Das Drama sei beispiellos in den vergangenen 160 Jahren der polnischen Geschichte, sagte Tusk. "Wir sprechen von Schäden in Höhe von zehn Milliarden Zloty (rund 2,4 Milliarden Euro)."
Flut nähert sich Deutschland
In Deutschland hat unterdessen Hochwasser an der Oder in der Nacht auf Montag an weiteren Stellen in Brandenburg die Grenzwerte für die Alarmstufe eins überschritten. Wie das Landesumweltamt Brandenburg mitteilte, lag der Wasserstand am Pegel Ratzdorf in der Früh um fünf Zentimeter über dem Grenzwert, am Pegel Stützkow um 24 Zentimeter. Die Tendenz war entlang der gesamten Oder in Brandenburg weiter steigend. Die Alarmstufe eins ist die niedrigste von vier Alarmstufen.
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