24.09.2019 07:15 |

Flugverbot in den USA

Boeing 737 Max muss weiterhin am Boden bleiben

Elf Monate nach dem Crash einer Boeing 737 Max in Indonesien und ein halbes Jahr nach dem Absturz einer Maschine des gleichen Typs in Äthiopien muss das Modell noch immer am Boden bleiben. Die US-Luftfahrtbehörde FAA erklärte am Montag, es gebe noch keinen Termin für die Aufhebung des Flugverbots in den USA. Andere Länder würden individuell über die Wiederaufnahme des Flugbetriebs für die Boeing 737 MAX entscheiden, hieß es weiter.

„Unsere oberste Priorität ist die Sicherheit“, betonte die FAA. Weltweit werde jede Regierung selbst die Entscheidung über die Wiederaufnahme des Flugbetriebs mit dem Flugzeugtyp treffen - und zwar „auf der Basis einer gründlichen Sicherheitsbewertung“, erklärte die Behörde weiter.

Für die Boeing 737 Max gilt seit März ein weltweites Flugverbot. Zuvor waren bei zwei Abstürzen von Maschinen dieses Typs in Indonesien und Äthiopien insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen. Ermittler vermuten, dass die Unglücke mit einem Stabilisierungssystem zusammenhängen, das bei einem drohenden Strömungsabriss die Flugzeugnase nach unten drückt.

Boeing: Familien der Opfer bekommen bald Entschädigung
Die Angehörigen der 346 Todesopfer können inzwischen auf eine baldige finanzielle Entschädigung hoffen: Die Familien sollen jeweils rund 144.500 Dollar (rund 131.540 Euro) erhalten, wie Boeings von US-Staranwalt Ken Feinberg verwalteter Kompensationsfonds in Washington mitteilte.
Boeing hatte im Juli bekannt gegeben, 100 Millionen Dollar an Finanzhilfe bereitzustellen. Die Hälfte davon soll schon in Kürze an Angehörige der Opfer fließen. Die Familien könnten ihre Ansprüche ab sofort geltend machen und müssten dafür nicht im Gegenzug von Klagen gegen Boeing absehen, versicherte Feinberg.

In vielen Fällen gehen Angehörige der Opfer, die bei den Abstürzen von Boeing-Flugzeugen des Typs 737 Max im Oktober und März ums Leben kamen, vor Gerichten gegen Boeing vor. Der Konzern ist mit Vorwürfen konfrontiert, die Sicherheit der 737 Max vernachlässigt zu haben. Als Hauptursache der Unglücke gilt bisher eine fehlerhafte Software.

Feinberg war unter anderem auch schon für Entschädigungen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zuständig. Längerfristig will Boeing mit den bereitgestellten Hilfsmitteln auch von den Abstürzen betroffene Gemeinden unterstützen. Dafür sollen in den Regionen etwa Programme zugunsten von Ausbildung und Entwicklung aufgestellt werden.

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