Erneute Bluttat
China: Amoklauf in Kindergarten – neun Todesopfer
Nach der Tat ging der 48-Jährige nach Hause und richtete sich selbst, wie eine Behördensprecherin berichtete. "Er hatte psychische Probleme", sagte die Frau. Innerhalb von nur zwei Monaten war das bereits die sechste Bluttat in chinesischen Kindergärten und Schulen. Die Serie hat Eltern in Angst und Schrecken versetzt.
Die Opfer des nunmehrigen Amoklaufs in Linchang waren fünf Buben, zwei Mädchen, die 50 Jahre alte Besitzerin des privaten Kindergartens und deren 80-jährige Mutter, berichtete Xinhua. Die getöteten Kinder sollen zwischen vier und sechs Jahre alt gewesen sein.
Streit mit Kindergartenleiterin als Motiv
Der blutige Zwischenfall passierte um 8.00 Uhr (Ortszeit), als die Kinder gerade in den Kindergarten gekommen waren. Nach ersten Ermittlungen der Polizei ließ der Täter offenbar seine Wut über einen Streit mit der Kindergartenleiterin auch an den Kindern aus. Wie Xinhua berichtete, hatte der Mann das Gebäude an den Kindergarten vermietet und den Auszug zum Ende des Mietvertrages im April gefordert. Die Leiterin habe das Haus erst im Sommer räumen wollen.
Seit Beginn der Bluttaten Ende März haben Kindergärten und Schulen ihre Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft. Die Behörden gehen davon aus, dass meist psychisch gestörte Nachahmungstäter am Werk sind, doch wiesen Experten auch auf tiefer liegende soziale Ursachen für die Gewalt gegen Kinder hin.
Nachrichten über Bluttat zensiert
Die Behörden haben die Zensur der Nachrichten über die Bluttat in den chinesischen Medien verschärft. Nachdem Nachrichtenportale die Meldung anfangs noch verbreitet hatten, wurde sie im Laufe des Mittwochs an vielen Stellen wieder zurückgezogen. Am Abend war im Internet nur eine kurze Meldung auf Chinesisch zu finden, während die Staatsagentur Xinhua zumindest auf Englisch eine längere Version verbreitete.
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