20 Stiche und Schnitte

Auf zu Pflegenden eingestochen: Anklage ist fertig

20 Mal soll eine rumänische Pflegerin (21) am 22. Februar in Leonding in Oberösterreich auf ihren Arbeitgeber (83) eingestochen haben. Nun liegt die Anklage vor: Mordversuch! Verteidiger Manfred Arthofer nimmt seine Mandantin in Schutz: „Das war, wenn überhaupt, nur eine versuchte absichtliche schwere Körperverletzung.“

Der blutige Fall wirft ein Schlaglicht auf die Zustände im Pflegewesen. Die Medizinstudentin Florina B. war für ihre Mutter als Pflegerin bei einem hochbetagten Ehepaar in Leonding eingesprungen. Doch von Anfang an stimmte die Chemie zwischen den Senioren und der Frau nicht. Nach zwei Wochen Dienst sollte sie wieder gehen. In der Küche kam es zu einem Streit, weil - so Verteidiger Arthofer - der 83-Jährige die Rumänin nicht wie vereinbart bezahlen wollte.

Arthofer: „Sie sagt, dass er auf sie losging und sie an den Haaren riss. Sie hat sich das erstbeste Messer geschnappt und zugestochen.“ Florina B. floh durchs Küchenfenster, wurde kurz darauf gefasst. Ihr Opfer hatte 20 Stiche und Schnitte abbekommen, wurde aber rasch aus dem Spital entlassen, weil die Wunden nicht tief oder lebensbedrohlich waren.

„Es gab mit Sicherheit keinen Tötungsvorsatz“
Verteidiger Arthofer: „Meine Mandantin ist 1,50 Meter groß und hat keine 50 Kilo. Sie wollte sich wehren, hatte aber keinesfalls einen Tötungsvorsatz. Ihr ganzes Dorf hat Geld gesammelt, damit ich sie vertrete. Ich bin der Ansicht, dass es in unserem Rechtsstaat nicht passieren darf, dass diese Frau ins Gefängnis geht.“

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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