Senior rammte Mädchen

Streit über regelmäßige Fahrtests neu entfacht

Sollen hochbetagte Senioren ihre Fahrtüchtigkeit testen lassen? Ein 81-jähriger halb blinder und schwer kranker Autofahrer übersah in Linz eine rote Ampel und mähte ein dreijähriges Mädchen, das mit seiner Mutter einen Schutzweg überquerte, nieder. Das Kind liegt auf der Intensivstation. Der Lenker leugnet seine Schuld.

Gegen 17.50 Uhr wollte die Mutter mit ihrer dreijährigen Tochter – sie ist eine Russin – den Zebrastreifen in der Sandgasse überqueren. Sie warteten, bis die Ampel auf grün schaltete und gingen los. Plötzlich erfasste ein Auto das kleine Kind und schleuderte es zu Boden. Hinter dem Lenkrad saß ein 81-jähriger Pensionist, welcher die rote Ampel übersehen hatte. Er blieb nach dem Vorfall stehen. Als die Polizei ihn befragte, wollte der Senior allerdings nichts mit dem Unfall zu tun haben. Die Zeugenaussagen und auch die Spuren auf seinem Fahrzeug ließen allerdings keine Zweifel offen.

Führerschein wurde im vor Ort abgenommen
Den Polizisten kam das Verhalten des Fahrers verdächtig vor und sie ließen ihn von einem Amtsarzt untersuchen. Dieser stellte ganz klar die Fahruntüchtigkeit des hochbetagten Mannes fest. Unter anderem litt er an Multipler Sklerose, grauem und grünen Star und außerdem an Bluthochdruck – ihm wurde der Führerschein abgenommen. Selbst bei der Vernehmung bestritt er weiterhin, die Kleine angefahren zu haben. Das Mädchen erlitt schwere Verletzungen und wurde ins Kepler Uniklinikum auf die Intensivstation gebracht.

„Verkehrssystem gehört seniorenfähig gemacht“
In den letzten Monaten gab es mehrere Unfälle, an denen Ältere beteiligt waren. Die Debatte um einen regelmäßigen Tauglichkeitstest bei Senioren ist im Laufen, in der Schweiz wurde das „Problem“ schon angegangen. Beim ÖAMTC will man nicht so scharf schießen: „Die Altersgruppe der 22- bis 26-jährigen Lenker verursacht genau so viele Unfälle wie die 77- bis 85-Jährigen“, so Stefan Neubauer. „In Zukunft wird es darum gehen, das Verkehrssystem seniorenfähig zu machen“, erklärt Christian Gratzer vom VCÖ.

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