29.08.2019 12:49 |

„Nicht haltbar“

eSport: Heftige Kritik an Sportbund-Gutachten

Dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) weht nach der rechtlichen Aberkennung des eSports scharfe Kritik entgegen. Nachdem Spieleforscher der Berliner Hochschule für Kommunikation und Design alle vom DOSB gegen den eSport ins Feld geführten Argumente als „obsolet und inhaltlich nicht haltbar“ ablehnten, mehren sich auch in der Politik die Stimmen, den eSport rechtlich anzuerkennen.

„Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass jeder in Deutschland, der eSport betreibt, auch die Wertschätzung erfährt, die ihm gebührt, und nicht von Verbänden, die um Ihre Vormachtstellung fürchten, herabgesetzt wird“, sagte die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Unterstützung erhielt Bär vom Bündnis 90/Die Grünen. Deren medienpolitische Sprecherin Margit Stumpp sowie Monika Lazar, Sprecherin für Sportpolitik, teilten am Mittwoch mit: „eSport sollte die Gemeinnützigkeit nicht verweigert werden, weil er kein ‚klassischer Sport‘ ist. Das hat er mit Schach gemeinsam. Wir sollten die Vorteile des Vereinslebens, Gemeinschaft, Betreuung und nicht zuletzt Prävention, für den eSport öffnen.“

Kritik an „Sport“-Begriff
Zuvor hatten die Spieleexperten des Berliner Instituts für Ludologie, die zu allen spielwissenschaftlichen Phänomenen forschen, die vom DOSB verwendete Definition des Begriffs „Sport“, die eine körperliche Tätigkeit voraussetzt, kritisiert und vor allem mit Blick auf DOSB-Mitglieder wie Billard, Dart, Minigolf, Schach und Schützensport massiv in Frage gestellt.

„Von einer umfassenden Körperlichkeit kann bei diesen Sportarten vollständig oder in Teilen weniger die Rede sein als beim eSport“, hieß es in der Erklärung. Gerade beim Schützensport stelle sich die Frage, warum das Schießen mit echten Waffen für den DOSB sportethisch in Ordnung zu sein scheine, Shooter-Spiele wie „Counter-Strike“ oder gar Strategiespiele wie „League of Legends“ aber nicht.

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