Prozess in Steyr:

Nach Raub und Erpressung muss 15-Jähriger in Haft

Wegen schweren Raubs, Erpressung, Nötigung, diverser Diebstähle, Einbrüche und Verstoßes gegen das Waffengesetz ist am Mittwoch im Landesgericht Steyr ein erst gerade 15 Jahre alt gewordener Bursch zu 24 Monaten Haft, sechs davon unbedingt, verurteilt worden. Er zeigte sich großteils geständig, will aus „Dummheit“ gehandelt haben, meinte der Angeklagte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Mit seiner Mutter war der Angeklagte 2010 von Israel nach Österreich gekommen. Schnell war er dann als Siebenjähriger ins Heim gekommen, weil die Mama mit ihm überfordert gewesen sei. Weder im Heim noch in der Schule habe es ihm recht getaugt, erklärte der 15-Jährige in Steyr dem Gericht. Mehr oder weniger aus Langeweile sei er dann in die Kriminalität abgerutscht - und das auch nicht erst mit 14 Jahren. Doch da man erst ab dem 14. Geburtstag strafmündig ist, musste sich der Bursch am Mittwoch „nur“ wegen seiner Straftaten seit diesem Stichtag vor dem Schöffensenat verantworten.

Mit Messer Passanten beraubt
Mitangeklagt war auch ein 16-Jähriger. Gemeinsam sollen die beiden in Amstetten die Auslage eines Juweliers leergeräumt sowie in einem Einkaufszentrum mehrere Diebstähle begangen haben. In Wien war der damals noch 14-Jährige dagegen allein unterwegs. Dort habe er mit einem Messer einen Passanten bedroht und ihm sein Geld, fünf Euro, sowie Zigaretten geraubt. Außerdem habe er etwas mit Cannabis gehandelt. Im Heim erpresste er offenbar Mitbewohner, so die lange Anklageliste.

Sechs Monate unbedingt
Mit 24 Monaten Haft blieb die Richterin im unteren Bereich der Strafhöhe von maximal siebeneinhalb Jahren. Sechs Monate davon muss der 15-Jährige hinter Gitter. Die Staatsanwaltschaft nahm sich Bedenkzeit. Damit ist das Urteil nicht rechtskräftig. Der Komplize erhielt - bereits rechtskräftig - sechs Monate bedingt.

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