27.08.2019 12:47 |

„Überall Plastik“

Spanier paddelte von San Francisco nach Hawaii

Fast 4000 Kilometer Luftlinie sind es von San Fransisco an der US-Westküste bis nach Oahu auf Hawaii. Mit dem Flugzeug braucht man etwas mehr als fünf Stunden, Antonio de la Rosa war 76 Tage unterwegs. Der Grund: Er ist dorthin gepaddelt, auf seinem eigens dafür gebauten Stand-up-Paddelboot. Auf seiner langen Reise hat der spanische Ausdauerathlet zwei Dinge im Überfluss gesehen, wie er sagt: Wasser und Plastik.

Am Samstag erreichte de la Rosa sein Ziel. „Ich fühle mich so gut nach 76 Tagen mitten im Ozean“, sagte der Athlet, der sich während seiner Reise immer wieder selbst mit einer Kamera filmte, gegenüber CNN. Auf Facebook hielt er seine Fans aus dem Laufenden, auch über seine Zieleinfahrt: „Nach 76 Tagen, fünf Stunden und 22 Minuten auf dem Ozean, 4750 Kilometern absoluter Einsamkeit und Autarkie, setze ich Fuß an Land.“ Die 24 Stunden davor seien gefährlich gewesen, ein starker Wind habe ihn überrascht.

Nicht mit dem Rummel um ihn gerechnet
Doch es sei alles gut gegangen, er sei überglücklich, es geschafft zu haben, postete de la Rosa am Wochenende. Mit dem folgenden Rummel um ihn habe er nicht gerechnet, so der Spanier. Noch weniger damit, auf den Straßen von Waikiki erkannt zu werden. Aber das passiere, viele Zeitungen in der ganzen Welt würden über ihn schreiben.

„Meine Arme und meine Beine sind mein Motor“
Die ganze Reise lang sei er auf sich selbst gestellt gewesen. Er habe kein Unterstürzungsboot gehabt, das ihm während des Trips gefolgt sei, also habe er alles auf sein rund acht Meter langes Board packen müssen: Essen, eine Entsalzungsanlage für Trinkwasser oder auch Solarpanele, um GPS und weiteres Equipment am Laufen zu halten sowie die Kommunikation mit dem Festland sicherzustellen. Motor habe sein Board keinen - nur ihn selber: „Meine Arme und meine Beine sind mein Motor.“

50er auf hoher See mit Keks gefeiert
Geschlafen habe er nicht viel. Dem Bericht zufolge habe er jede Stunde die Koordinaten checken müssen und ob er noch auf Kurs war. Auch jetzt schlafe er noch nicht mehr als ein paar Stunden am Stück, aber seine Schlafenszeiten normalisierten sich langsam, so de la Rosa, der seinen 50er auf hoher See „mit einem kleinen Keks“ gefeiert habe. Mehr als zehn Kilo habe er auf der Fahrt abgenommen.


Seit seiner Kindheit sei er von Extremsport angezogen, schildert de la Rosa auf seiner Website. Canoeing sei sein Einstieg gewesen, aus Triathlon-Teilnahmen seien bald Quadrathlon-Wettkämpfe geworden. 2014 ruderte er 4700 Kilometer über den Atlantik - von der Küste von Dakar im Senegal nach Französisch-Guyana. 65 Tage brauchte er damals dafür und war damit schneller als seine Konkurrenten. Im Jahr 2016 paddelte er durch den nördlichen Polarkreis.

Überall Plastikmüll im Meer
„Ich liebe diese Art zu leben“, schilderte er CNN. Was ihm aber Sorgen mache - und mit seinem jüngsten Trip habe er auf das Problem aufmerksam machen wollen: Überall auf seiner Reise sei ihm schwimmender Plastikmüll untergekommen.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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