26.08.2019 13:02 |

Mehr als 2017 und 2018

Auf unseren Straßen starben heuer schon 13 Kinder

Auf Österreichs Straßen sind heuer - Stichtag ist der 25. August - bereits 13 Kinder ums Leben gekommen. Das sind um zwei mehr als in den gesamten zwei vorangegangenen Jahren, als elf Personen unter 14 Jahren starben, schlägt deshalb der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) Alarm. Zuletzt musste am Sonntag in Salzburg eine Vierjährige ihr Leben lassen, nachdem ein Auto in eine Gruppe von Kirchgängern gerast war.

2018 kamen drei Kinder im Straßenverkehr ums Leben, im Jahr 2017 waren acht Todesopfer zu beklagen, im Jahr 2016 sieben. Heuer wurden laut vorläufigen Zahlen allein im August bisher vier Kinder bei Verkehrsunfällen getötet: In Kärnten kam ein Kind als Autoinsasse bei einem Zusammenstoß zweier Pkw ums Leben. In Niederösterreich fuhr ein Auto in einen Fahrradanhänger, zwei Kinder starben, und zuletzt das Unglück vor der Pfarrkirche in Salzburg-Gneis.

Laut VCÖ „keine Einzelfälle“
„Es wäre falsch, diese Serie an schrecklichen Unfällen als Einzelfälle abzutun“, sagte VCÖ-Sprecher Christian Gratzer und verwies auf die auch insgesamt gestiegene Zahl der Verkehrstoten im laufenden Jahr. Familien müssten besser vor Rasern und Alkolenkern geschützt werden. Im Ortsgebiet sei die Sicherheit von Kindern vor allem durch zu hohes Tempo des Kfz-Verkehrs gefährdet sowie durch unübersichtliche Kreuzungen und zu schmale Gehwege. Häufig fehlten sichere Geh- und Radverbindungen von einer Siedlung zum nächsten Ortsgebiet oder zur Bushaltestelle entlang einer Freilandstraße.

Kindergerechte Maßnahmen vernachlässigt
„In der Vergangenheit wurden viele Maßnahmen gesetzt, damit Kinder verkehrsgerecht werden. Massiv vernachlässigt wurden Maßnahmen, die das Verkehrssystem kindgerecht machen“, kritisierte Gratzer. In den Niederlanden gelte zum Beispiel als Indikator für die Qualität der Verkehrsplanung, wie viele Kinder zu Fuß oder mit dem Rad mobil sind.

Von 2016 bis 2018 sind laut VCÖ rund 8500 Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt worden, davon mehr als 3500 als Pkw-Insassen. Zehn Kinder kamen als Pkw-Insassen ums Leben, rund 2000 Kinder wurden in diesem Zeitraum als Fußgänger bei Verkehrsunfällen verletzt, davon sechs Kinder tödlich.

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