22.08.2019 13:43 |

Von Lienz:

Patienten bezahlen für Überstellungsflüge selbst

Weit ist es im Streit um die Rechnungen für medizinisch erforderliche Überstellungsflüge von Lienz aus gekommen: Seit 1. August müssen nämlich die Patienten selbst für den Flug bezahlen. Ursache ist ein Rechtsstreit, den der ÖAMTC gegen das Bezirkskrankenhaus führte, und gewonnen hat. Arbeiterkammer und Politik reagiert recht unwirsch auf diese Maßnahme. 

Zur Vorgeschichte: Der Krankenhausverband Lienz hatte dem „Christophorus Flugrettungsverein“ für medizinisch erforderliche Überstellungsflüge 300.000 Euro geschuldet. Der Standpunkt war: Weil die Leitstelle Tirol den Hubschrauber „C7“ anfordert, müsse auch das Land bezahlen.

Laut aktuellem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs muss das Krankenhaus zahlen; der Verband gibt aber nicht klein bei: Seit 1. August mussen Patienten schriftlich zustimmen, dass das Krankenhaus zwar die Kosten für einen möglicherweise notwendigen Überstellungsflug vorfinanziert, der Patient jedoch selbst dafür aufkommen muss.

Dies wirbelte Staub auf: Die Arbeiterkammer nennt diese Vorgehensweise sogar „sittenwidrig“; FPÖ-Nationalrat Gerald Hauser fordert endlich eine Einigung zwischen Land und Gemeindeverband BKH Lienz: „Dieser Streit darf nicht auf den Rücken der Patienten ausgetragen werden.“ Auch die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik will in ihrer Funktion als SP-Landtagsabgeordnete jetzt einen Antrag einbringen. 

Im übrigen Tirol werden solche „Interhospitalflüge“ vom Land bezahlt. Osttirol hätte aufgrund der geographischen Lage die Hälfte der Kosten selbst übernehmen müssen. und deshalb der Vereinbarung mit dem Land nicht zugestimmt.

Serina Babka
Serina Babka
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