03.05.2010 18:02 |

Ehrenmord in Villach

Hauptverdächtiger: "Ich habe einfach rotgesehen"

Für Aufregung sorgt der "Krone"-Bericht über die Anklage nach dem sogenannten Ehrenmord in Villach. Anfangs standen drei Brüder unter Verdacht – jetzt muss nur einer vor Gericht. Bei den beiden anderen gibt es keine Beweise, dass sie mit der grausamen Bluttat unmittelbar zu tun gehabt hätten, heißt es.

Es ist eine lange Familienfehde, die in einer Novembernacht in der Villacher Lederergasse ihren blutigen Abschluss fand. Das Opfer (29) hatte eine Türkin geheiratet, mit ihr drei Kinder. "Erst war ihre Familie gegen die Ehe, dann gegen die Scheidung", sagt sein Bruder heute bitter. "Es hätte alles nie so weit kommen dürfen!"

Laut Anklage hatte es am Todestag bereits eine heftige Auseinandersetzung zwischen dem Opfer und den zwei Brüdern des  tatverdächtigen Türken (29) gegeben: Es ging um Ehre, Geld und Besuchsrechte. Warum er später trotzdem ins Kebab-Lokal seines Kontrahenten kam, ist unklar. Wieder gab es Streit – der Türke soll dann ein Messer gezogen und es dem jungen Pizzakoch 14 Mal in den Körper gerammt haben.

"Ich habe einfach rotgesehen!", schilderte er später. Seine Brüder, zunächst auch unter Verdacht, sollen nicht dabei gewesen sein: Einer hätte sich bereits zuvor auf den Heimweg gemacht, der andere wäre erst wieder dabei gewesen, als der Hauptverdächtige die Tatwaffe in die Drau warf. Ihm droht, wie berichtet, "nur" ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung.

von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"

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