16.08.2019 11:02 |

Gegen Fahrverbote

Deutsche Behörden lassen Diesel-Nachrüstung zu

Der Diesel ist vor allem in Deutschland stark in Verruf geraten, Besitzer älterer Fahrzeuge haben mit Fahrverboten zu kämpfen. Nach einer aktuellen Umfrage der Tankstellenkette Aral will nur noch jeder achte Deutsche als Nächstes einen Selbstzünder kaufen. Eine Nachrüstung alter, relativ schmutziger Motoren haben die Hersteller bisher ausgeschlossen. Doch nun zeigt sich für die Besitzer älterer Diesel-Autos ein Silberstreif am Horizont: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat für Nachrüstungen den Weg frei gemacht.

Nach Volvo und Daimler können auch Diesel-Autos von Volkswagen mit zu hohen Schadstoffwerten in Deutschland nachgerüstet werden. Das KBA veröffentlichte am Donnerstag die Betriebserlaubnis für Systeme des Technologie-Anbieters Baumot. Diese umfasse Nachrüstsysteme für über 60 Fahrzeugmodelle des VW-Konzerns, darunter Volkswagen, Audi, Skoda und Seat, teilte das Unternehmen mit.

Ziel der Nachrüstungen ist es, dass Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 5 von Fahrverboten ausgenommen werden können. Die Umrüstungen am Motor sind Teil eines Maßnahmenpakets der Regierung für bessere Luft. Nach den Vorgaben des KBA dürfen die umgerüsteten Autos im Realbetrieb noch 270 Milligramm Stickoxid je Kilometer ausstoßen, um von Fahrverboten verschont zu werden.

Der Baumot-Vorstand kündigte an, nun zügig mit der Produktion und Auslieferung der Systeme zu beginnen. In Kürze werde man zudem weitere Modelle anderer Hersteller vorstellen. Auch für Fahrzeuge vom BMW werden demnächst Genehmigungen erwartet.

Hersteller geben Zuschüsse
Deutsche Hersteller hatten sich nach langer Debatte auf Zuschüsse für Hardware-Nachrüstungen eingelassen. Sie favorisieren Software, um die Abgaswerte zu verbessern. VW hatte wie Daimler zugesagt, seine Kunden in bestimmten Regionen bei der Hardware-Nachrüstung finanziell zu unterstützen. In den von der deutschen Bundesregierung festgelegten Intensivstädten seien bis zu 3000 Euro für die vom KBA genehmigten Nachrüstungen möglich, sagte ein VW-Sprecher.

Vorerst nicht in Österreich
In Österreich ist eine Umrüstung vorerst nicht vorgesehen, und schon gar nicht mit Zuschüssen. „Es gibt keinen Grund, diese Umrüstungen nicht auch in Österreichs Diesel-Pkw einzubauen. So rasch wie möglich, auf Kosten und mit Garantie des Herstellers“, fordert nun Peter Kolba, Obmann des Verbraucherschutzvereines (VSV). „Wenn nötig muss die Bundesregierung nachhelfen, damit VW diese Forderungen auch rasch erfüllt.“

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