Wirbel um Ausbaupläne:

Leondinger laufen gegen den ÖBB-Beschluss Sturm

Der Leondinger Stadtsaal platzte aus allen Nähten, als SP-Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek zum Protest gegen die ÖBB aufrief. Die Weststrecke soll ohne eine Einhausung und Tieferlegung der Gleise ausgebaut werden. Dabei werden die Gespräche darüber schon seit 16 Jahren geführt.

„Wir sind offensichtlich über Jahre nur am Schmäh gehalten worden. Wir müssen uns wehren!“ Mit einer emotionalen Rede wandte sich die Leondinger Bürgermeisterin Sabine Naderer Jelinek (SPÖ) an die Bevölkerung. Mit allen Mitteln will sie sich für eine Tieferlegung und eine Einhausung der Weststrecke im Stadtgebiet einsetzen. „Welche das sind, will ich noch nicht verraten. Das könnten die ÖBB wieder für sich nutzen“, traut die Stadtchefin dem Staatsbetrieb überhaupt nicht mehr.

Neun Meter hohe Mauern geplant
Seit 2003 wird über einen „Tunnel“ diskutiert. Nun aber reichten die ÖBB Unterlagen für die Umweltverträglichkeitsprüfung ohne eine Einhausung ein. Stattdessen sollen neun Meter hohe Mauern entlang der Strecke errichtet werden. Die Stadt wäre noch mehr geteilt, als sie es ohnehin schon ist. 

Auch Ex-Stadtchef gegen ÖBB-Pläne
Ex-Bürgermeister Walter Brunner übernahm den Vorsitz der Initiative „Impulse Schiene Leonding“: „Ich mache das völlig frei von Parteipolitik. Es geht mir um die Sache. Was da passiert, ist nicht in Ordnung!“ So sei das Argument der ÖBB, die Einhausung könne auch nachträglich gemacht werden, völlig haltlos. „Bei laufendem Schienenverkehr ist das logistisch so gut wie unmöglich. Warum sollten sie in Zukunft dafür sein, wenn sie es jetzt nicht sind?“

Auch Wirtschaft übt Kritik
Auch die Wirtschaft äußert lautstark ihren Unmut. Johannes Seemayr von der Firma Bergmann: „Die neun Meter hohen Mauern sind nicht nur optisch eine Katastrophe. Der Schall wird nur weitergeleitet, ein ruhiger Schlaf in der Nacht wird unmöglich sein!“

Das sagen die Anrainer:
Rosa Vogl: „Wie können die ÖBB sagen, es ist zu teuer, wenn in Niederösterreich so viel gebaut wird?“
Adolf Spielvogel: „Wenn es sein muss, setzen wir uns auf die Gleise. Jetzt muss der LH am Tisch hauen.“
Isabella Hartner: „Die Einhausung müsste noch viel länger ausfallen. Der Lärm ist oft die Hölle.“
Marietta Pernsteiner: „Lärm macht krank. Deshalb ist diese Entscheidung der ÖBB ein Witz.“



Mario Zeko
Mario Zeko
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