"Politik Inoffiziell"

Kredit für Detektiv: Petzner soll Ex-Hypochef entlasten

Kärnten
19.04.2010 10:10
Wegen des Verdachts des wissentlichen Missbrauchs fremden Vermögens ist Ex-Hypochef Wolfgang Kulterer angezeigt worden. Dabei geht es zwar "nur" um 150.000 Euro, doch diese Causa könnte für ihn brisant werden. Denn der Kredit an den Privatdetektiven Dietmar Guggenbichler soll auf Kulterers Anordnung hin vergeben worden sein, obwohl Guggenbichler keinerlei Sicherstellungen anzubieten hatte.

Privatdetektiv Guggenbichler hatte stets erklärt, dass der damalige Landeshauptmann Jörg Haider – er hatte ihm den Kredit vermittelt – ihm auch einen Job zugesagt habe, damit er sich die Kreditrückzahlung leisten könne. Bei dieser Unterredung sei neben Kulterer auch Haiders damaliger Pressesprecher Stefan Petzner anwesend gewesen.

Petzner gibt sich kryptisch
Jetzt soll Petzner Kulterer aus der Patsche helfen. Der BZÖ-Landesobmann gibt sich kryptisch: "Wenn ich als Zeuge genannt werde, werde ich vor Gericht meiner staatsbürgerlichen Pflicht nachkommen." Nachsatz: "Ich gehe davon aus, dass die Anzeige gegen Kulterer wegen des Verdachts der Untreue nicht halten wird."

Seine Zurückhaltung ist verständlich. Nach Haiders Tod hatte Guggenbichler ihn, Petzner, angezeigt, weil aus dem versprochenen Job als Sicherheitsbeauftragter des BZÖ nichts geworden ist (siehe Infobox). Petzner hatte sich damals damit verteidigt, dass mit ihm offiziell über einen Partei-Auftrag für Guggenbichler nicht gesprochen worden sei. Das Verfahren ist anhängig.

Verdacht der Geldwäsche: Ex-Bosse angezeigt
Rund um den Hypo-Skandal gibt es noch unzählige weitere Anzeigen zu den verschiedensten Delikten. Die Hypo hat etwa Kulterer und seine ehemaligen Vorstandskollegen Günter Striedinger und Josef Kircher wegen des Verdachts der Geldwäsche bei der Klagenfurter Staatsanwaltschaft angezeigt.

Mit dabei auch der wegen Amtsmissbrauchs und Veruntreuung nicht rechtskräftig verurteilte, aber einsitzende kroatische Ex-General Vladimir Zagorec, der immer mehr zu einer Schlüsselfigur des Hypo-Dramas wird. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.

Bei der aktuellen Anzeige geht es um die Finanzierung eines Tourismusprojekts auf der kroatischen Insel Hvar, die über Liechtenstein gelaufen sein soll. Das Geld soll trotz gegenteiliger Empfehlungen der Innenrevision der Hypo geflossen sein, die wegen der "Komplexität der Geldflüsse" schon 2006 einen Geldwäsche-Verdacht äußerte. Die Klagenfurter Staatsanwaltschaft ermittelte damals, wurde aber nicht fündig. Jetzt ist nicht nur die Kärntner sondern auch die liechtensteinische und kroatische Justiz hinter der Sache her.

"Politik Inoffiziell" von Waltraud Dengel, "Kärntner Krone"

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Kärnten
19.04.2010 10:10
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung